Influencer, Werbung und die Landesmedienstalten

Oft genug habe ich ja schon über Influencer und Streamer berichtet und die aktuell sehr heiß umstrittene Pflicht zur Markierung von Werbung und ähnlichen…

Das Wichtigste in Kürze

  • Influencer müssen sich an strenge Werberichtlinien halten, um Abmahnungen und Bußgelder zu vermeiden.
  • Die Landesmedienanstalten intensivieren ihre Kontrollen und Sanktionen gegenüber Influencern.
  • Eine klare Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten ist gesetzlich vorgeschrieben und essenziell.
  • Kritische Bereiche sind Schleichwerbung, Produktplatzierungen und die Kennzeichnung von Kooperationen.
  • Bei Unsicherheiten ist die Konsultation eines erfahrenen Rechtsanwalts dringend empfohlen.

Oft genug habe ich ja schon über Influencer und Streamer berichtet und die aktuell sehr heiß umstrittene Pflicht zur Markierung von Werbung und ähnlichen Posts. Hier drohen im Wesentlichen Abmahnungen durch Wettbewerber oder durch die Abmahnvereine.

Unterschätzt wird dabei jedoch, dass auch die Landesmedienanstalten immer aktiver dabei sind, Streamer an die Kandare zu nehmen, um sicherzustellen, dass diese nach fairen Regeln spielen. Allerdings geht dabei jedoch durchaus auch um offensichtlichere Werbung. Diese unterliegt aber auch zahlreiche Spielregeln. Ein paar Informationen dazu findet man hier. Eines der wichtigsten Prinzipien ist dabei die Trennung von Werbung und redaktionellen Inhalten. Aber es gibt auch zahlreiche weitere Themen rund um den Komplex der redaktionellen Unabhängigkeit, Schleichwerbung, Art und Weise von Werbung, Einbindung von Werbung und/oder Produktplatzierungen sowie vieles Weiteres.

Jeder sollte sich die Seiten der Landesmedienanstalten einmal genau durchzulesen und vor allem zu prüfen, ob sich der eigene YouTube oder Twitch Kanal und somit die eigenen Aktivitäten an die Werberichtlinie halten. So kann beispielsweise das Testen von Produkten von mehr als 1.000 Euro Wert oder die Teilnahme an Produktpräsentationen (wenn der Hersteller Flug und Hotel etc. bezahlt) von mehr als 1.000 Euro eine Verletzung der Unabhängig indizieren und somit ein Verstoß gegen die Werberichtlinien bedeuten. Derartige Produktplatzierungen sind auch von dem Verbot von Schleichwerbung zu unterscheiden, das gerade Teil diverser Gerichtsverfahren rund um Influencer ist bzw. war.

So verlockend inzwischen die Verdienstmöglichkeiten rund um YouTube, Twitch oder Instagram sind, die Spielregeln werden sich weiter verschärfen und Behörden und Wettbewerber, werden in diesem Jahr sicherlich aktiver; befeuert von bestärkenden Signalen der Rechtsprechung und, wie ich gehört habe, einen deutlich erhöhten Meldeaufkommen bzw. Beschwerden von Nutzern, bestimmte Influencer doch einmal zu überprüfen.

Ich kann daher nur immer wieder raten, sich mit den Themen und Abgrenzungsproblematiken entweder selber zu beschäftigen oder einen erfahrenen Rechtsanwaltskollegen um Hilfe zu bitten. Während bei Abmahnungen durch Wettbewerber erst einmal nur Kosten für gegnerische Anwälte drohen, können die Landesmedienanstalten mit Bußgelder vorgehen. Bei besonders aggressiven Verhalten gab es auch in der Vergangenheit bereits recht hohe Strafen. Die Bußgelder können bis 500.000 Euro gehen, rein theoretisch. Auch wenn dies aktuell kaum denkbar ist, so kann ich nur wirklich sagen, dass die Anstalten immer aktiver werden und aktuell wohl nur aus Personalmangel noch nicht den teilweise großen Wildwuchs im Influencer-Bereich angehen. Das Thema Werberecht wird im Influencer Bereich immer relevanter.

Häufig gestellte Fragen

Welche Risiken drohen Influencern bei Verstößen gegen Werberichtlinien?
Influencern drohen bei Verstößen gegen Werberichtlinien Abmahnungen durch Wettbewerber oder Abmahnvereine. Zusätzlich können Landesmedienanstalten Bußgelder verhängen, die theoretisch bis zu 500.000 Euro betragen können.
Welche Rolle spielen die Landesmedienanstalten bei der Regulierung von Influencern?
Die Landesmedienanstalten werden immer aktiver, um sicherzustellen, dass Influencer faire Regeln bezüglich Werbung einhalten. Sie überprüfen Kanäle und können bei Verstößen Bußgelder verhängen, insbesondere bei aggressivem Verhalten.
Was ist der Unterschied zwischen Schleichwerbung und Produktplatzierung?
Schleichwerbung ist verboten und liegt vor, wenn Werbung nicht klar als solche gekennzeichnet ist und redaktionelle Inhalte vortäuscht. Produktplatzierungen sind gesondert zu betrachten und können ebenfalls problematisch sein, wenn sie die Unabhängigkeit indizieren, beispielsweise bei teuren Produkttests oder gesponserten Reisen.
Wann gilt die Unabhängigkeit eines Influencers als verletzt?
Die Unabhängigkeit eines Influencers kann als verletzt gelten, wenn beispielsweise Produkte im Wert von über 1.000 Euro getestet werden oder die Teilnahme an Produktpräsentationen (inklusive Flug und Hotel) ebenfalls diesen Wert übersteigt, da dies einen Verstoß gegen Werberichtlinien indizieren kann.