Streaming für 5 Tage, Abofalle!

Zahlreiche Verbraucher beschweren sich immer wieder bei den Verbraucherzentralen. Und auch ich bekomme hin und wieder entsprechende Anfragen. Auf der…

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorsicht vor unseriösen Streaming-Angeboten mit scheinbar kostenlosen 5-Tages-Testphasen, die in teure Abos münden.
  • Achten Sie auf fehlende „Button-Lösung“ und intransparente Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) als Warnsignale.
  • Lassen Sie sich nicht von aggressiven Mahnschreiben oder manipulativen YouTube-Videos mit angeblichen Anwälten einschüchtern.
  • Suchen Sie bei Erhalt von Mahnschreiben umgehend Rat bei Verbraucherzentralen oder einem Rechtsanwalt.
  • Zahlen Sie kein Geld, da eine Rückforderung des Betrags in der Regel sehr schwierig ist.

Sogar die Verbraucherzentrale Hessen warnte unlängst vor solchen Webseiten. Teilweise funktioniert die Registrierung gar nicht vollständig. Teilweise können Verbraucher nach der Registrierung gar keine Videos anschauen. Dann denkt man natürlich als Verbraucher, dass man sich nicht weiter darum kümmern muss. Trotzdem landen plötzlich Mahnschreiben im Briefkasten.

In den AGB gibt es zahlreiche unsinnige Regelungen. Darin heißt es zum Beispiel oft, dass Minderjährige automatisch mit Zustimmung Ihrer Eltern agieren und diese das Abo zahlen müssen. Bekommt man also Schreiben von derartigen Anbietern, sollte man die Verbraucherzentralen oder gleich einen Rechtsanwalt aufsuchen.

Teil der Strategie ist übrigen die Einschüchterung. Die Mahnschreiben sind aggressiv und vermitteln den Eindruck, dass Gegenwehr ohnehin aussichtslos wäre. Dazu stellen die Anbieter sogar YouTube-Videos online. In denen erzählen angebliche Anwälte, dass die Geldforderung von einer bestimmten Seite auf jeden Fall rechtmäßig wäre. Diese Videos tauchen teilweise in den Suchergebnissen auf, wenn man den Name des Streaming Portals auf Google eingibt. Kommentare sind unter den Videos in der Regel nicht möglich. Wie wenig vertrauenswürdig das ist, kann man schon daran erkennen, dass der Rechtsanwalt keinerlei Informationen zu seiner Kanzlei gibt und oft sogar nur gebrochene Deutsch spricht. Davon bitte nicht verunsichern lassen und sinnlos Geld bezahlen. Zurückholen ist fast unmöglich!

Häufig gestellte Fragen

Was sind „Abofallen“ bei Streaming-Diensten?
„Abofallen“ sind betrügerische Angebote, die eine kostenlose 5-Tages-Testphase für Streaming versprechen, sich aber automatisch in ein teures Jahresabo umwandeln, oft ohne klare Hinweise in den AGB oder auf den Landingpages.
Woran erkenne ich unseriöse Streaming-Angebote?
Unseriöse Angebote erkennen Sie oft an fehlender „Button-Lösung“, intransparenten AGB, unterschiedlichen Informationen je nach Zugriffsart auf die Webseite und der Tatsache, dass Registrierung oder Videowiedergabe nicht funktionieren.
Was tun bei Mahnschreiben von solchen Anbietern?
Wenn Sie Mahnschreiben von solchen Anbietern erhalten, sollten Sie sich umgehend an eine Verbraucherzentrale oder einen Rechtsanwalt wenden und sich nicht von den aggressiven Forderungen einschüchtern lassen.
Sind die YouTube-Videos mit angeblichen Anwälten vertrauenswürdig?
Nein, diese Videos sind nicht vertrauenswürdig. Die angeblichen Anwälte geben keine Kanzleiinformationen preis und sprechen oft gebrochenes Deutsch, was auf eine betrügerische Absicht hindeutet.