YouTuber/Influencer: Achtung bei Prank-Videos

Ein Ereignis von Samstag möchte ich zum Anlass nehmen, um YouTuber/Streamer/Influencer über den rechtlichen Gefahren von Prank-Videos aufzuklären. Was ist…

Das Wichtigste in Kürze

  • Gefährliche Prank-Videos können für YouTuber schwere straf- und zivilrechtliche Folgen haben.
  • Ein YouTuber kann als Anstifter oder Mittäter für Straftaten wie gefährliche Körperverletzung verantwortlich gemacht werden.
  • Schadensersatzforderungen und Kosten für Polizeieinsätze können schnell sechsstellige Beträge erreichen.
  • Legale Prank-Videos erfordern die vorherige Aufklärung und schriftliche Einverständniserklärung aller Beteiligten sowie ggf. des Grundstückseigentümers.
  • Professionelle rechtliche Beratung ist bei der Planung und Durchführung von Prank-Videos unerlässlich.

Ein Ereignis von Samstag möchte ich zum Anlass nehmen, um YouTuber/Streamer/Influencer über den rechtlichen Gefahren von Prank-Videos aufzuklären.

Was ist passiert?

Am Samstag zündeten Jugendliche im Dortmunder Einkaufszentrum „Thier Galerie“ eine Reihe von Feuerwerksknallern. Dadurch wurde eine Massenpanik ausgelöst, durch die am Ende mindestens 30 Menschen leicht verletzt wurden. Die vier 14 und 15 Jahre alten Jugendlichen konnte in Gewahrsam genommen werden. Später stellte sich jedoch nicht nur heraus, dass es eine sehr dumme Aktion der Jugendlichen war, sondern dass diese von einem YouTuber für die Aktion beauftragt und bezahlt wurden. Ziel war es, die Panik zu filmen und später auf seinem YouTube-Kanal zu veröffentlichen. Der YouTuber hatte somit eindeutig kommerzielle Absichten damit erfolgt und ist strafrechtlich Anstifter, wenn nicht sogar Mittäter, der gefährlichen Körperverletzungen.

Was sollte ich tun?

Da Prank-Videos eine große Beliebtheit aufweisen, möchte ich gar nicht grundsätzlich von Kanälen mit Prank-Videos abraten. Allerdings muss ich als Rechtsanwalt und Experte dringend davon abraten, solche Videos unkontrolliert zu drehen, wie dies im obigen Fall oder z. B. im Fall von ApoRed der Fall war. Der Ablauf dieser Pranks und somit das Risiko bzw. die Kostenfolgen sind einfach unkontrollierbar. Möglich sind natürlich weiterhin Videos, die im Prinzip einem Skript unterliegen, deren Protagonisten vorab aufgeklärt wurden und die für die Aufnahme ein Einverständnis unterschrieben haben. Auch diese können auf einem Kanal zahlreiche Nutzer erfreuen und somit für Einnahmen genutzt werden. Sendungen wie „Verstehen Sie Spaß“ sind deutlich professioneller organisiert und selbst dort gibt es nicht nur regelmäßig Rechtsstreitigkeiten, sondern vor allem würde ein professioneller Fernsehsender niemals Streiche veröffentlichen, wenn nicht zumindest im Nachhinein eine Einverständniserklärung unterzeichnet wird. Die Einverständniserklärung betrifft in aller Regel auch ein solches des Grundstückeigentümers, da ansonsten unter Umständen die Verwirklichung des Straftatbestandes des Hausfriedensbruches möglich sein kann.

Am besten ist, dass man sich für die Organisation solcher Videos professionelle Hilfe sucht und sich umfassend beraten lässt.

Häufig gestellte Fragen

Was sind die rechtlichen Konsequenzen für YouTuber bei gefährlichen Prank-Videos?
Der YouTuber kann als Anstifter oder Mittäter von gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich verfolgt werden und muss mit hohen Schadensersatzforderungen rechnen, die schnell 100.000 Euro übersteigen können.
Welche Kosten können auf einen YouTuber zukommen, der gefährliche Prank-Videos in Auftrag gibt?
Neben den Kosten für Polizeieinsätze können Forderungen für Heilbehandlungen, Schmerzensgeld für Verletzte und Rechtsverfolgungskosten entstehen.
Sind Prank-Videos grundsätzlich verboten?
Nein, Prank-Videos sind nicht grundsätzlich verboten, aber sie müssen kontrolliert gedreht werden, idealerweise mit Skript und Einverständniserklärungen der Beteiligten.
Was ist bei der Produktion von legalen Prank-Videos zu beachten?
Die Protagonisten sollten vorab aufgeklärt werden und eine Einverständniserklärung unterschreiben. Auch die Zustimmung des Grundstückseigentümers ist oft notwendig, um Hausfriedensbruch zu vermeiden.