Accountsperrungen von Online und Mobilespielen

Das Spielen von Onlinespielen oder von Mobilespielen kommt immer mehr in Mode und bereits die überwiegende Mehrheit der Deutschen spielt regelmäßig. Und…

Das Wichtigste in Kürze

  • Spiele-Accounts werden rechtlich oft als „Vertrag sui generis“ mit Anlehnung an das Mietrecht betrachtet.
  • Die Wirksamkeit von AGB bei Accountsperrungen und der Umgang mit virtuellen Käufen sind oft gerichtlich ungeklärt.
  • Anbieter sollten ihre AGB anpassen und Monetarisierungsstrategien rechtlich prüfen lassen, um Schadensersatzansprüche zu vermeiden.
  • Spieler mit signifikanten Investments sollten Vertragspartner und Ausgaben dokumentieren, um ihre Rechte wahren zu können.
  • Bei unberechtigter Kündigung dauerhaft erworbener Gegenstände kann ein Schadensersatzanspruch gegen den Anbieter bestehen.

Das Spielen von Onlinespielen oder von Mobilespielen kommt immer mehr in Mode und bereits die überwiegende Mehrheit der Deutschen spielt regelmäßig. Und seien es nur Casual Spiele wie Candy Crush. Die Rechtslage in vielen Bereichen ist jedoch weitgehend ungeklärt oder zumindest nicht höchstrichterlich entschieden. Das gilt insbesondere auch bei der Frage, was passiert, wenn ein Account von einem Anbieter gesperrt wird. Das beginnt bei der Frage, was eigentlich ein Spieleaccount ist. Die Mehrheit der Rechtsmeinungen vertreten inzwischen zwar die Auffassung, dass es sich um einen Vertrag sui generis handelt, der sich weitgehend an der Rechtslage und Normen des Mietrechtes zu orientieren hat. Details sind dann aber vor allem entscheidend bei der Frage, ob AGB wirksam eingebunden sind, ob und wann eine Kündigung möglich ist und was die Folgen einer Kündigung sind. So ist es bisher weitestgehend gerichtlich ungeklärt, was nach einer Kündigung des Anbieters, also das Schließen eines Accounts, mit getätigten Käufen für virtuelle Gegenstände passiert.

Bei Nachfragen an uns, schicken sie am besten eine Email direkt an haertel@rahaertel.com und geben sie uns so viele Informationen wie möglich. Eine Rückmeldung wird es immer unverbindlich geben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist ein Spiele-Account rechtlich gesehen?
Die Mehrheit der Rechtsmeinungen vertritt die Auffassung, dass es sich um einen Vertrag sui generis handelt, der sich weitgehend an der Rechtslage und den Normen des Mietrechts zu orientieren hat.
Was passiert mit virtuellen Käufen nach einer Accountsperrung?
Dies ist oft gerichtlich ungeklärt. Es hängt von der Wirksamkeit der AGB und der Art der gekauften Gegenstände ab. Bei dauerhaft erworbenen Gegenständen kann ein Schadensersatzanspruch bestehen, während zeitlich befristete Objekte verbraucht sein könnten.
Sind AGB-Regelungen zur Accountsperrung immer wirksam?
Nein, die Wirksamkeit von AGB-Regelungen muss nach deutschem AGB-Recht geprüft werden. Oft gibt es dazu auch gar keine vertragliche Regelung, sodass die allgemeine Rechtslage herangezogen werden muss.
Was sollten Spieler bei signifikanten Investments in Online-Spiele beachten?
Spieler sollten einen Überblick über ihre Ausgaben und erworbenen Gegenstände behalten. Zudem ist es ratsam, Informationen zum Vertragspartner zu speichern, um bei Bedarf den Gerichtsstand klären zu können.
Kann ein deutscher Spieler einen ausländischen Spieleanbieter in Deutschland verklagen?
Unter Umständen ja. Gemäß § 29 I ZPO könnte ein Gerichtsstand in Deutschland begründet sein, wenn der Anbieter nicht auf berechtigte Forderungen des Spielers reagiert.