Das Wichtigste in Kürze
- Gerichte setzen zunehmend Grenzen für Social Media Sperren und schützen die Meinungsfreiheit.
- Es besteht ein Spannungsfeld zwischen dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) und der Meinungsfreiheit.
- Das LG München ist ein aktuelles Beispiel für den gerichtlichen Schutz gelöschter Inhalte auf Social Media.
- Nutzer können sich gegen willkürliche Löschungen wehren, benötigen dafür aber eine fundierte rechtliche Strategie.
LG München: Gerichte setzen Grenzen für Social Media Sperren
Die Anzahl der Gerichtsurteile bezüglich gelöschter Posts und geschlossener Accounts in sozialen Netzwerken nimmt stetig zu. Es überrascht, dass die Plattformbetreiber in vielen Fällen weiterhin unversöhnlich reagieren. Das Spannungsfeld zwischen den Vorgaben des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) und der fundamentalen Meinungsfreiheit ist dabei nur schwer aufzulösen.
Rechtsexperten hatten dies bereits prognostiziert. Es ist davon auszugehen, dass Gerichte und Rechtsanwälte in den kommenden Jahren ein Déjà-vu mit dem Urheberrecht erleben werden. Die Geschichte wiederholt sich im Bereich der Social Media Sperren und Content-Moderation.
Hintergrund der Social Media Sperren: Ein konkreter Fall am LG München
Dies unterstreicht die Notwendigkeit, sich frühzeitig auf mögliche rechtliche Auseinandersetzungen in diesem Bereich vorzubereiten. Ein aktuelles Beispiel liefert das Landgericht München. Hier ging es um die Löschung eines spezifischen Posts.

Nach einer Meldung wurde dieser Post von Twitter gelöscht. Die Begründung ähnelte dabei Argumentationen, wie sie auch im Bereich Künstliche Intelligenz und Moderation diskutiert werden. Eine ähnliche Sachlage behandelte bereits das Landgericht Dresden in einem Beitrag.
Das Landgericht München nutzte eine Argumentation, die sich mit der des Landgerichts Berlin deckte. Dessen Beschluss zur Wiederherstellung gelöschter Inhalte wurde bereits von uns analysiert.
Fazit
Die aktuellen Urteile zeigen eine klare Tendenz der Gerichte, die Meinungsfreiheit im Internet zu schützen und Plattformbetreibern Grenzen aufzuzeigen. Nutzer können sich zunehmend gegen willkürliche Löschungen und Sperrungen wehren. Dies erfordert jedoch eine fundierte rechtliche Strategie.