NFT MiCAR: Fallen Standard-NFT unter Krypto-Regelwerk? | IT-Medienrecht

Erfahren Sie, ob Standard-NFT unter das MiCAR-Krypto-Regelwerk fallen. Jetzt rechtliche Einordnung von NFTs und Blockchain-Geschäftsmodellen verstehen.…

Das Wichtigste in Kürze

  • Standard-NFTs fallen in der Regel nicht unter die MiCAR-Regulierung, wenn sie digitale Inhalte oder Rechte ohne primären Anlagezweck repräsentieren.
  • Die Abgrenzung ist fließend; bei FIAT-Bezug oder Anlagefokus kann MiCAR relevant werden.
  • Der Begriff „Kryptowert“ ist rechtlich noch unzureichend definiert und bedarf einer genauen Prüfung.
  • Eine detaillierte rechtliche Prüfung ist bei Geschäftsmodellen mit FinTech-Bezug unerlässlich.
  • Rechtliche Prüfungen müssen zahlreiche Rechtsbereiche (Wettbewerbs-, Urheber-, Marken-, Zivilrecht) berücksichtigen.

Fallen Standard-NFT unter das Krypto-Regelwerk MiCAR? Wohl eher nicht. Das will weder der EU-Gesetzgeber noch lokale Aufsichtsbehörden, wie in Deutschland die BaFin.

Zielsetzung von MiCAR ist die Schaffung eines EU-Rechtsrahmens für Kryptowerte, um die Nutzung innovativer Technologien im Finanzsektor auszubauen und zu fördern, insbesondere in Bezug auf die Distributed-Ledger-Technologie. Das ist auch notwendig und sowohl rechtlich als auch unternehmerisch spannend.

„Kryptowert“ ist immerhin ein termincus technicus, allerdings ein mitunter sehr schlecht definierter und bislang nur in wenigen verbindlichen Rechtsfragen geklärter Begriff.

Wenn also das eigene Geschäft, vom Gefühl her, sich eher in den Bereich FinTech einordnet, sollte ein Experte die Details und die Voraussetzungen genauer prüfen. Wenn das eigene Business jedoch eher dahin geht, dass digitale Inhalte oder Rechte eher dahin gehen, dass diese auf einer Blockchain, statt auf einer Festplatte, gespeichert werden, damit eventuell die Übertragung vereinfacht wird oder das „Eigentumsgefühl“ der Nutzer gestärkt wird, dann ist die Chance groß, dass diese Geschäft ohne gesonderte Genehmigungen betrieben werden kann. Davon abzugrenzen sind jedoch Teilbereich eines Unternehmens, die FIAT betreffen, beispielsweise das Zahlungsmanagement, der Rücktausch von digitalen Assets oder Dienstleistungen rund um den Transfer von auf einer Blockchain gespeicherten Inhalten.

Das Potenzial von Startups und Geschäftsmodell im Zusammenhang mit Distributed Ledger ist enorm und wird bis 2030 auch stark ansteigen. Der Bedarf an Rechtsberatung und somit auch die Kosten für einen rechtssicheren Umgang mit Blockchains ist jedoch auch enorm. Das gilt auch, da es noch nicht allzu viele technisch versierte Rechtsanwälte gibt, die zu Geschäftsmodellen in dem Bereich beraten können.

Häufig gestellte Fragen

Fallen Standard-NFTs unter die MiCAR-Regulierung?
In der Regel nicht, insbesondere wenn sie digitale Inhalte oder Rechte ohne primären Anlagezweck auf einer Blockchain speichern und nicht auf das „Ausschütten“ von FIAT oder einen Anlagezweck abzielen.
Wann könnten NFTs doch unter MiCAR fallen?
Wenn mit NFTs das „Ausschütten“ von FIAT verbunden ist oder wenn die zugrundeliegenden Smart Contracts und das Marketing einen primären Anlagezweck betonen, kann dies anders aussehen.
Was ist das Ziel der MiCAR-Verordnung?
MiCAR zielt darauf ab, einen EU-Rechtsrahmen für Kryptowerte zu schaffen, um innovative Technologien wie die Distributed-Ledger-Technologie im Finanzsektor zu fördern und auszubauen.
Welche weiteren Rechtsbereiche sind bei der Prüfung von NFT-Geschäftsmodellen relevant?
Neben dem Aufsichtsrecht sind auch das Wettbewerbsrecht, das Urheberrecht, das Markenrecht und das allgemeine Zivilrecht von Bedeutung.