Künstlersozialkasse für Streamer & Agenturen | IT-Medienrecht

Jetzt informieren: Künstlersozialkasse für Streamer & Marketingagenturen. Vermeiden Sie Nachzahlungen & Bußgelder – erfahren Sie, wann die KSK für…

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Künstlersozialkasse (KSK) sichert selbständige Künstler und Publizisten sozial ab, wobei diese nur die Hälfte der Beiträge tragen.
  • Marketing- und Influenceragenturen müssen prüfen, ob sie für beauftragte Streamer/Influencer KSK-Abgaben leisten müssen.
  • Nichtbeachtung der KSK-Abgabepflicht kann hohe Nachzahlungen (bis zu vier Jahre rückwirkend mit Zinsen) und Geldstrafen bis 50.000 € nach sich ziehen.
  • Die Definition von 'Künstler' für die KSK ist weit gefasst und umfasst auch nebenberufliche oder im Ausland tätige Personen.
  • Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema ist für Vermarkter essenziell, um Probleme bei Sozialversicherungsprüfungen zu vermeiden.

In letzter Zeit passiert es vermehrt, dass sich größere Streamer aber vor allem auch Marketingagenturen, Influenceragenturen oder Manager mit der Frage auseinandersetzen müssen, ob die Regelungen der Künstlersozialkasse für sie relevant sind. Ich kenne einige Anbieter, die gerade mit diesen Rechtsfragen konfrontiert werden.

Was ist die KSK?

Die Künstlersozialkasse  sorgt mit der Durchführung des Künstlersozialversicherungsgesetzes dafür, dass selbständige Künstler und Publizisten einen ähnlichen Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung genießen wie Arbeitnehmer. Sie ist selbst kein Leistungsträger, sondern sie koordiniert die Beitragsabführung für ihre Mitglieder zu einer Krankenversicherung freier Wahl und zur gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung. Selbständigen Künstlern und Publizisten steht der gesamte gesetzliche Leistungskatalog zu. Sie müssen dafür aber nur die Hälfte der jeweils fälligen Beiträge aus eigener Tasche zahlen, die KSK stockt die Beträge auf aus einem Zuschuss des Bundes (20 %) und aus Sozialabgaben von Unternehmen (30 %), die Kunst und Publizistik verwerten. Welchen Monatsbeitrag ein Künstler/Publizist im Einzelnen an die KSK zahlt, hängt von der Höhe seines Arbeitseinkommens ab.

Wo liegt das aktuelle Problem?

Künstler, quo vadis?

Ob ein Streamer, ein Influencer etc. nun Künstler oder Unternehmer ist, ob man nur Reichweite einkauft, nur Vermittler ist oder ob man and künstlerischen bzw. publizistischen Leistungen partizipiert, ob den Streamer Gewerbesteuerpflicht trifft, ob er selber Mitglied der KSK sein kann/darf/möchte, darüber kann im Einzelfall eventuell gestritten werden und da kommt es auch auf verschiedene Umstände an. Wichtig ist allerdings, dass man sich als Agentur und als Unternehmen, das Streamer/Influencer beauftragt, bewusst ist, dass diese Pflicht existent sein könnte. Das scheint aktuell bei vielen Managern, Agenturen und Anbietern jedoch nicht der Fall zu sein.

Auch der Preis, der dem Künstler oder Publizisten aus der Veräußerung seines Werkes im Wege eines Kommissionsgeschäfts für seine eigene Leistung zusteht gehört zum meldepflichtigen Entgelt. Dies gilt auch, wenn der Abgabepflichtige als Vertreter des Künstlers oder Publizisten gehandelt hat.

Und daher

Unbedingt als Vermarkter mit dem Thema beschäftigen, damit die nächste Sozialversicherungsprüfung nicht zum Albtraum wird!

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Künstlersozialkasse (KSK)?
Die Künstlersozialkasse (KSK) ermöglicht selbständigen Künstlern und Publizisten einen ähnlichen Schutz in der gesetzlichen Sozialversicherung wie Arbeitnehmern. Sie koordiniert die Beitragsabführung zu Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung, wobei die Versicherten nur die Hälfte der Beiträge selbst zahlen.
Welches Problem besteht aktuell für Marketingagenturen im Zusammenhang mit der KSK?
Viele Marketing- und Influenceragenturen sind sich nicht bewusst, dass sie prüfen müssen, ob die von ihnen beauftragten Influencer/Streamer künstlerische oder publizistische Leistungen erbringen. Dies kann dazu führen, dass die Agenturen zur Abführung der Künstlersozialabgabe verpflichtet sind, was oft in ihren Planungen nicht berücksichtigt wird.
Welche Konsequenzen drohen bei Nichtbeachtung der KSK-Abgabepflicht?
Verstöße gegen die Abgabepflicht können zu Nachzahlungen für die letzten vier Jahre führen, die monatlich verzinst werden. Zusätzlich können Geldstrafen von bis zu 50.000 € verhängt werden, die bei Sozialversicherungsprüfungen durch die Deutsche Rentenversicherung aufgedeckt werden.
Wer gilt im Sinne der KSK als Künstler oder Publizist?
Als Künstler oder Publizist im Sinne der KSK gilt man auch, wenn die Tätigkeit nur nebenberuflich ausgeübt wird, etwa von Studenten oder kleineren Influencern. Auch der ständige Aufenthalt oder die Tätigkeit im Ausland spielen für die Abgabepflicht keine Rolle.