Vorbeugende Unterlassungserklärung? Niemals ohne Beratung!

Bekannt ist Nicht-Juristen meist nur das Schlagwort „Abmahnung“. In der Tat kann es aber auch eine sogenannte Vorbeugende…

Das Wichtigste in Kürze

  • Vorbeugende Unterlassungserklärungen sind komplex und haben weitreichende Folgen für bis zu 30 Jahre.
  • Niemals eine vorbeugende Unterlassungserklärung ohne anwaltliche Beratung abgeben, um Fehler und sekundäre Ansprüche zu vermeiden.
  • Die Berechtigungsanfrage dient der Klärung potenzieller Rechtsverletzungen durch Meinungsaustausch, ohne sofort abzumahnen.
  • Auch eine Berechtigungsanfrage sollte von einem Rechtsanwalt formuliert werden, da sich die Kosten betriebswirtschaftlich rechnen können.
  • Nach Erhalt einer Berechtigungsanfrage kann eine vorbeugende Unterlassungserklärung eine sinnvolle Option sein.

Erst letzte Woche konnte ich einer Mandantin und deren Geschäftsführer mit einer vorbeugenden Unterlassungserklärung helfen. Der Gegner mahnte falsch ab, nämlich nur den Geschäftsführer (ohne Erwähnung einer angeblichen abgeleiteten Haftung) unter der Adresse des Unternehmens.

Rechtsanwaltsgebühren konnte ich auf diese Weise für die Mandantin und deren Geschäftsführer vollständig verhindern. Da ein solches Vorgehen aber auch nicht unproblematisch ist, vor allem auch im Hinblick auf sekundäre Ansprüche wie Auskunft und Schadensersatz, sollte eine solche Erklärung niemals ohne Beratung abgegeben werden.

Auch die Berechtigungsanfrage sollte daher von einem Rechtsanwalt formuliert sein. Die Kosten dafür können sich schnell, rein betriebswirtschaftlich, rechnen. Erhält man eine Berechtigungsanfrage, ist genau zu prüfen, ob eine vorbeugende Unterlassungserklärung nicht sinnvoll sein kann.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Vorbeugende Unterlassungserklärung?
Eine Vorbeugende Unterlassungserklärung ist eine rechtliche Erklärung, die im Gegensatz zur bekannteren Abmahnung proaktiv abgegeben wird, um zukünftige Rechtsverstöße zu verhindern oder auf eine vermutete Rechtsverletzung zu reagieren.
Warum sollte man eine Vorbeugende Unterlassungserklärung nicht ohne anwaltliche Beratung abgeben?
Die Formulierung einer Vorbeugenden Unterlassungserklärung ist komplex und hat weitreichende Konsequenzen für bis zu 30 Jahre. Ohne anwaltliche Beratung besteht das Risiko, sekundäre Ansprüche wie Auskunft oder Schadensersatz auszulösen oder die Erklärung fehlerhaft zu gestalten.
Was versteht man unter einer Berechtigungsanfrage?
Eine Berechtigungsanfrage ist eine Aufforderung an eine andere Partei, zu einem vermuteten Rechtsverstoß Stellung zu nehmen. Sie zielt auf einen Meinungsaustausch ab, um zu beurteilen, ob eine Schutzrechtsverletzung vorliegt, ohne sofort eine Abmahnung auszusprechen.
Welche Vorteile bietet eine Berechtigungsanfrage?
Eine Berechtigungsanfrage ermöglicht es, ein eventuell verletzendes Verhalten schnell zu beenden und kann dazu führen, dass der Gegner freiwillig eine Unterlassungserklärung abgibt. Sie hilft, das Risiko einer unberechtigten Abmahnung zu vermeiden.
Wann kann eine Vorbeugende Unterlassungserklärung nach Erhalt einer Berechtigungsanfrage sinnvoll sein?
Erhält man eine Berechtigungsanfrage, sollte genau geprüft werden, ob die Abgabe einer Vorbeugenden Unterlassungserklärung sinnvoll ist, um die Angelegenheit außergerichtlich zu klären und weitere Schritte zu vermeiden.