Das Wichtigste in Kürze
- Die Computerspiele-Förderung des Bundes ist nach fast zweijähriger Pause wieder aktiv.
- Seit dem 1. August 2025 wurden die Förderbedingungen deutlich verbessert, unter anderem mit einer Anhebung der maximalen Fördersumme auf 8 Mio. € pro Projekt und der Aufhebung von Laufzeitbeschränkungen.
- Projekte müssen Entwicklungskosten von mindestens 300.000 € haben, um förderfähig zu sein.
- Die Förderung zielt darauf ab, den Games-Standort Deutschland international wettbewerbsfähig zu machen und die kulturelle Vielfalt zu stärken.
- Eine verpflichtende Entwurfsberatung vor der Antragstellung beim DLR Projektträger ist entscheidend für den Erfolg.
Die Nachricht, auf die viele Spieleentwickler in Deutschland lange gewartet haben, ist endlich da: Die Computerspiele-Förderung des Bundes lebt wieder auf! Nach einer fast zweijährigen Durststrecke hat der Bund das Förderprogramm für Games-Entwicklungen erneut gestartet. Dies ist eine große Erleichterung für eine Branche, die in den letzten Jahren stark unter dem Förderstopp gelitten hat.
Die frühere Förderung hatte bereits enorme Wirkung: Die Zahl der Games-Studios in Deutschland hat sich zwischen 2020 und 2023 mehr als verdoppelt, nämlich von 208 auf 450. Entsprechend groß sind die Freude und die Aufbruchstimmung, dass neue Projekte nun endlich wieder unterstützt werden können. Die deutsche Games-Branche zeigt sich begeistert; die Bundesregierung signalisiert nach langer Pause wieder volle Unterstützung für Computerspiele-Entwickler.
Förderpause vorbei: Aufatmen in der Games-Branche
Seit dem 30. Dezember 2024 können offiziell wieder Förderanträge für Games-Projekte beim Bund eingereicht werden. Zuvor gab es rund 20 Monate Antragsstopp. Dies lag daran, dass die ursprünglich bereitgestellten Mittel überraschend erschöpft waren und im Bundeshaushalt keine neuen Gelder vorgesehen wurden.
Diese Zwangspause, vergleichbar mit einer Fahrt mit angezogener Handbremse, führte zu viel Unsicherheit und Frust in der Branche. Umso größer ist das aktuelle Aufatmen: Die Förderampel steht wieder auf Grün. Studios können ihre Konzepte nun endlich aus der Schublade holen und umsetzen.
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWK) hat Ende 2024 eine neue Förderrichtlinie veröffentlicht. Diese wurde von der EU-Kommission notifiziert, wodurch der Weg für den Neustart frei wurde. Das Förderprogramm ist als fortlaufendes Bund-Länder-Programm mit einem geplanten Jahresvolumen von rund 70 Mio. € konzipiert.
Seit 2019 wurden laut Bundesministerium bereits über 640 Projekte mit insgesamt mehr als 220 Mio. € unterstützt (Stand: Juli 2025). Dies belegt die immense Bedeutung der Förderung für den Games-Standort Deutschland. Viele Entwickler nutzten die Zeit des Stillstands, um Projekte vorzubereiten. Nun können diese Vorhaben mit finanzieller Hilfe umgesetzt werden, was dem kreativen Potenzial im Land neuen Schub verleiht. Die Stärkung des Games-Standorts Deutschland ist ein zentrales Ziel.
Die Games-Förderung 2025 im Überblick
Was genau beinhaltet die „Games-Förderung des Bundes“ 2025? Hier sind die wichtigsten Eckpunkte:
- Was wird gefördert? Die Entwicklung von Computerspielen, sowohl Prototypen als auch vollständige Produktionen, wird gefördert. Projekte müssen eine Größe (Entwicklungskosten) zwischen mindestens 300.000 € und maximal 2 Mio. € aufweisen. Kleinere Vorhaben unter 300.000 € fallen leider nicht (mehr) unter diese Bundesförderung.
- Wie hoch ist die Förderung? Die Förderquote, also der Anteil der erstattungsfähigen Entwicklungskosten, richtet sich nach der Unternehmensgröße. Große Unternehmen erhalten 25 % Zuschuss, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 45 % und Start-ups sogar bis zu 50 %. Damit profitieren besonders unabhängige Studios und junge Entwicklerfirmen maximal von der Förderung. Anfänglich gibt es pro Projekt höchstens 2 Mio. € Fördergeld – dieser Betrag wurde inzwischen deutlich angehoben (dazu gleich mehr).
- Ziele der Förderung: Die Bundesregierung verfolgt klare Ziele mit der Games-Förderung. Sie möchte ein „internationales Level-Playing-Field“ schaffen und so Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Ländern ausgleichen. Ferner sollen die kulturelle Vielfalt der Spielelandschaft erhalten und der Entwicklungs- und Produktionsstandort Deutschland nachhaltig gestärkt werden.
- Ein weiteres Ziel ist die Förderung eines wirtschaftlich gesunden Games-Ökosystems aus kleinen, mittleren und großen Firmen. Das Programm trägt zudem zur Stärkung des gesamten audiovisuellen Sektors in Europa bei. Es geht also sowohl um Kultur als auch um Wirtschaft, um „Games made in Germany“ international konkurrenzfähig zu machen.
- Antragsverfahren: Die Abwicklung erfolgt weiterhin über den DLR Projektträger, der bereits die vorige Förderperiode im Auftrag des BMWK betreut hat. Ein wichtiger Schritt ist die verpflichtende Entwurfsberatung vor der eigentlichen Antragstellung.
- Entwickler reichen hierbei zunächst eine Projektkonzeption ein und erhalten Feedback, bevor der vollständige Antrag gestellt wird. Dieses bewährte Verfahren erhöht die Erfolgschancen und ermöglicht eine passgenaue Förderung. Eine gute Nachricht ist, dass ab dem 1. August 2025 Anträge wieder uneingeschränkt gestellt werden können. Dies ist der ideale Zeitpunkt, um eigene Projekte zu starten.
Wichtige Änderungen und Bedingungen der Games-Förderung 2025
| Merkmal | Neustart 2024 (vorläufig) | Ab August 2025 (aktuell) |
|---|---|---|
| Mindestbudget | 300.000 € | 300.000 € |
| Laufzeitbeschränkung | Projekte durften nicht über Ende 2025 hinauslaufen (mehrjährige Entwicklungen bis 900.000 €) | Ohne starres Enddatum 2025 (mehrjährige Projekte möglich) |
| Maximale Fördersumme pro Projekt | 2 Mio. € | 8 Mio. € |
| Projekttypen | Unterscheidung nach Projektgrößen (Prototyp, großes Spiel) | Einheitlicher Fördertopf für alle Arten von Games-Projekten |
Die Neuauflage der Games-Förderung bringt einige Änderungen mit sich. Diese resultieren teils aus Erfahrungen der ersten Jahre, teils aus der besonderen Haushaltssituation Anfang 2025. Folgende Punkte sollten Entwickler kennen:
- Mindestbudget 300.000 €: Wie erwähnt, werden sehr kleine Projekte unter dieser Schwelle nicht mehr bundesweit gefördert. Dies bedeutet, Solo-Entwickler oder Mini-Studios mit Mikro-Budgets müssen gegebenenfalls auf Landesförderprogramme oder andere Finanzierungen ausweichen. Ziel dieser Untergrenze ist es, die Bundesmittel gezielter für größere Wirkung einzusetzen und Doppelstrukturen mit Landesförderungen zu vermeiden.
- Begrenzte Laufzeit bei erstem Aufruf: Zum Restart gab es zunächst eine strikte zeitliche Einschränkung: Geförderte Projekte durften nicht über Ende 2025 hinauslaufen. Größere mehrjährige Spiele-Entwicklungen wurden Ende 2024 nur dann bewilligt, wenn ihre Fertigstellung bis Dezember 2025 gewährleistet war.
- Praktisch bedeutete dies, dass umfangreiche Projekte mit längerer Entwicklungszeit zunächst das Nachsehen hatten. Mehrjährige Entwicklungen konnten anfangs nur bis zu einer Gesamtprojektsumme von 900.000 € berücksichtigt werden. Diese befristete Einschränkung war der vorläufigen Haushaltslage geschuldet. Im Haushalt 2025 waren zunächst keine frischen Mittel beschlossen, sodass die Förderung nur „mit angezogener Handbremse“ neu gestartet werden konnte. Für viele Studios war die Bundesförderung so erstmal nur eingeschränkt nutzbar.
- Anhebung der Förder-Obergrenze: Eine weitere Verschärfung beim Neustart 2024 war die Absenkung der maximalen Fördersumme auf 2 Mio. € pro Projekt. Zuvor hatten einzelne große Prestige-Projekte auch schon mal bis zu 5 Mio. € Bundeszuschuss erhalten (z. B. „Anno 1800“ und andere große Titel). Die Deckelung auf 2 Mio. € sollte zunächst mehr Projekten eine Chance auf Förderung geben, hat aber ambitionierte Großprojekte ebenfalls gebremst.
Die wirklich gute Nachricht: Seit August 2025 sind all diese provisorischen Einschränkungen aufgehoben. Die neue Bundesregierung, seit Mai 2025 unter der Federführung des Forschungsministeriums, hat einen ersten Förderaufruf 2.0 veröffentlicht, der sämtliche Bremsen löst. Ab dem 1. August können Projekte mit mehrjähriger Laufzeit ohne starres Enddatum 2025 beantragt werden.
Die Unterscheidung nach Projektgrößen, etwa zwischen Prototyp und großem Spiel, entfällt ebenfalls. Es gibt nun einen einheitlichen Fördertopf für alle Arten von Games-Projekten. Zudem wird die Obergrenze für den Zuschuss vervierfacht: Künftig sind bis zu 8 Mio. € Förderung pro Projekt möglich. Dies ermöglicht es, auch AAA-nahe Vorhaben oder umfangreiche Produktionen endlich zu berücksichtigen, was ein starkes Signal an die gesamte Branche sendet.
Parallel zu diesen Änderungen wird der Fördertopf aufgestockt. Im kommenden Bundeshaushalt ist eine signifikante Erhöhung des Förderbudgets vorgesehen. Obwohl die genaue Summe erst nach Verabschiedung feststeht, hat die Politik erkannt, dass die bisherigen 50–70 Mio. € pro Jahr nicht ausreichen, um alle vielversprechenden Projekte zu unterstützen.
Künftig soll also mehr Geld bereitstehen, was Planbarkeit und Verlässlichkeit für die Studios in den Mittelpunkt rückt. Zudem wurde im Koalitionsvertrag eine ergänzende steuerliche Games-Förderung (Tax Credit) angekündigt. Diese könnte den Fördereffekt langfristig verstärken. Es bleibt spannend, wann diese Maßnahme umgesetzt wird.
Ausblick: Jetzt die Chance der Games-Förderung nutzen!
Für Spieleentwicklerinnen und -entwickler in Deutschland bedeutet dies vor allem: Ran an die Tasten und Projektideen einreichen! Die Bundesförderung ist zurück und besser ausgestattet denn je. Wer seine Game-Idee während der unsicheren Phase auf Eis gelegt hat, kann sie nun wieder aufnehmen. Die „Luft nach oben“ ist sowohl finanziell als auch zeitlich zurückgewonnen.
Dank der aufgehobenen Beschränkungen erhalten Projekte wieder den nötigen Freiraum. Sie können sich entfalten, ohne künstliche Zeit- oder Budgetgrenzen. Das gilt auch für Vorhaben, die generative AI in der Entwicklung von Computerspielen nutzen.
- Informieren Sie sich gründlich auf der offiziellen Webseite zur Games-Förderung über die aktuellen Richtlinien und FAQs.
- Planen Sie Ihr Projekt realistisch und achten Sie darauf, alle Förderkriterien zu erfüllen, insbesondere den Kulturgut-Charakter Ihres Spiels.
- Nehmen Sie frühzeitig die Entwurfsberatung in Anspruch, um Ihren Antrag zu schärfen und Fallstricke zu vermeiden.
- Zögern Sie nicht, bei komplexen Fragen professionelle Unterstützung hinzuzuziehen.
Besonders relevant ist der Kulturgut-Charakter Ihres Spiels. Nehmen Sie frühzeitig die Entwurfsberatung in Anspruch, um Ihren Antrag zu schärfen und typische Fallstricke zu vermeiden. Zögern Sie nicht, bei komplexen Fragen professionelle Unterstützung hinzuzuziehen, sei es von Branchenverbänden oder spezialisierten Beratern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Vorzeichen so gut sind wie lange nicht. Die Politik sendet ein klares Signal, dass Games als Zukunftsbranche ernst genommen werden. Es liegt nun an den kreativen Köpfen der deutschen Games-Branche, diese Chance zu nutzen.
Wir freuen uns darauf, bald viele neue, erfolgreiche „Games made in Germany“ zu sehen. Vielleicht stammt der nächste Überraschungshit ja aus Ihrem Studio! Viel Erfolg bei der Antragstellung – bei Fragen oder Unterstützungsbedarf stehen wir Ihnen natürlich gern zur Seite.
Fazit
Die wiederaufgenommene und verbesserte Games-Förderung 2025 bietet der deutschen Spieleentwicklerbranche hervorragende Perspektiven. Mit erhöhten Budgets und gelockerten Einschränkungen können Studios nun ambitionierte Projekte realisieren. Dies stärkt den Standort Deutschland und fördert innovative "Games made in Germany".