Soundboard YouTuber: Meist rechtswidrig? | IT-Medienrecht

Erfahren Sie, warum Soundboard Apps für YouTuber oft illegal sind. Schützen Sie als Creator Ihre Rechte und Fans vor Abmahnungen. Jetzt informieren!

Das Wichtigste in Kürze

  • Soundboard Apps, die Inhalte von YouTubern ohne Zustimmung nutzen, sind in den meisten Fällen rechtswidrig.
  • Es werden primär Marken-, Namens- und Wettbewerbsrechte der Content Creator verletzt.
  • Rechtsverletzungen können zu Unterlassungs-, Beseitigungs-, Vernichtungs-, Auskunfts- und Schadensersatzansprüchen führen.
  • Kommerzielle Nutzung durch Dritte führt oft dazu, dass YouTuber ihre Rechte verteidigen müssen, um deren Verlust zu vermeiden.
  • Vor der Veröffentlichung einer solchen App ist die Einholung einer ausdrücklichen Zustimmung und eine rechtliche Prüfung zwingend erforderlich.

Soundboard Apps: Eine Verletzung der Rechte von YouTubern und Streamern

Große YouTuber und Streamer verfügen oft über eine enorme Fangemeinde. Um diese Community herum entstehen häufig sogenannte Drittmärkte. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind sogenannte „Soundboard“-Apps. Diese Anwendungen ermöglichen das Abspielen bekannter Phrasen der jeweiligen Content Creator. Solche Apps stellen jedoch in aller Regel eine Verletzung der Rechte der Künstler dar.

Regelmäßig müssen für YouTuber Soundboards abgemahnt und aus den App Stores von Google und Apple entfernen lassen werden. Oft werden diese Apps von Fans veröffentlicht und zusätzlich durch Werbung monetarisiert. Diese eigenmächtige Verwertung ist eine klare Verletzung der Rechte der betroffenen YouTuber und Streamer.

Warum Soundboard Apps rechtlich problematisch sind

Die Ersteller solcher Apps haben für die Nutzung sämtlicher Grafiken, Fotos und Künstlernamen in der Regel keine Lizenz oder Genehmigung eingeholt. Dies ist jedoch zwingend notwendig. Denn die Verwendung des eigenen Fotos und des eigenen Namens beziehungsweise der eigenen Marke steht den YouTubern und Streamern allein zu, sofern sie die Rechte zur Nutzung nicht an Dritte übertragen haben. Der Schutz des Markenrechts ist hierbei von zentraler Bedeutung.

Rechtliche Grundlagen der Ansprüche

Wettbewerbsrechtliche Aspekte (UWG)

Rein formal-juristisch steht den Streamern aufgrund der Veröffentlichung solcher Apps oft ein Unterlassungsanspruch nach § 8 Abs. 1 UWG zu. Dieser Anspruch basiert auf einem Verstoß gegen die §§ 3 und 4 Abs. 3 a) und b) UWG. Die Übernahme der Abbildungen der Streamer in Verbindung mit ihrem Künstlernamen und das oft damit verbundene Einspielen von Werbung erweckt den Eindruck, der Streamer unterstütze die App oder es liege ein Lizenzvertrag vor.

Dieser Eindruck entsteht selbst dann, wenn Zusätze wie „Fan App“ hinzugefügt werden. Solche Praktiken können schnell als irreführende Werbung gewertet werden, ähnlich den Sachverhalten, die das OLG Frankfurt bei Influencer-Schleichwerbung behandelt hat.

Marken- und Namensrecht (MarkenG, BGB)

Durch die ungenehmigte Nutzung des Namens werden in aller Regel auch die Markenrechte des YouTubers verletzt. Liegt tatsächlich keine kommerzielle Absicht vor, so ist meist zumindest eine Verletzung des Namensrechts nach § 12 BGB gegeben. Dies schützt die Identität und Persönlichkeit des Künstlers.

Folgeansprüche und Konsequenzen

Darüber hinaus ist der Anbieter der rechtswidrigen App nach § 101 Abs. 1 UrhG zur Auskunft über die Art und Weise sowie die Dauer der Verwendung der Bilder, Sounds und weiteren Inhalte verpflichtet. Die Wahrung des Urheberrechts in der digitalen Welt ist ein komplexes Thema. Schließlich kommen meist auch Schadensersatzansprüche nach § 97 Abs. 2 UrhG, § 14 Abs. 6 MarkenG und § 9 UWG in Betracht.

Fan-Kult vs. Rechtspflicht: Eine Abwägung

Viele Streamer und YouTuber freuen sich, wenn sich um ihre Person ein reger „Fan-Kult“ entwickelt. Diese positive Stimmung schlägt jedoch oft ins Negative um, sobald Fans mit der App selbst Geld verdienen. Spätestens dann entsteht für die Content Creator die Pflicht, ihre eigene Marke zu verteidigen. Andernfalls riskieren sie unter Umständen den Verlust eigener Markenrechte.

Die Situation ähnelt dem Streaming von Games. Rein formaljuristisch stellt dies oft auch eine Urheberrechtsverletzung dar. Viele Spielehersteller tolerieren dies jedoch, solange ihre eigenen Interessen nicht schwerwiegend verletzt werden. Bei kommerzieller Ausbeutung der Soundboard-Apps durch Dritte ist die Toleranzgrenze der Content Creator jedoch schnell überschritten.

Fazit und Empfehlung

Es ist dringend davon abzuraten, ohne die ausdrückliche Zustimmung der jeweiligen YouTuber, Streamer, Influencer oder anderer Prominenter Apps zu veröffentlichen. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Management oder den Künstlern selbst ist unerlässlich, um rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Eine detaillierte Vertragsgestaltung im Influencer Marketing kann hierbei präventiv wirken.

Die Missachtung dieser Grundsätze kann schnell sehr kostspielig enden. Es empfiehlt sich daher stets, vor einer Veröffentlichung eine rechtliche Prüfung vorzunehmen.

Häufig gestellte Fragen

Warum sind Soundboard Apps für YouTuber und Streamer meist rechtswidrig?
Soundboard Apps nutzen oft unerlaubt Fotos, Namen, Logos und Sprachausgabe von Content Creatorn. Dies geschieht in der Regel ohne Lizenz oder Genehmigung, was eine Verletzung der Rechte der Künstler darstellt.
Welche rechtlichen Grundlagen werden durch Soundboard Apps verletzt?
Es werden primär wettbewerbsrechtliche Aspekte (UWG) sowie Marken- und Namensrechte (MarkenG, BGB) verletzt. Die ungenehmigte Nutzung erweckt oft den Eindruck einer Unterstützung oder Lizenzierung durch den Creator.
Welche Konsequenzen drohen Entwicklern von rechtswidrigen Soundboard Apps?
Entwicklern drohen Unterlassungs-, Beseitigungs- und Vernichtungsansprüche. Zudem können Auskunftsansprüche und Schadensersatzforderungen der betroffenen YouTuber und Streamer geltend gemacht werden.
Warum gehen YouTuber gegen Fan-Apps vor, obwohl sie sich über Fankult freuen?
Die Toleranzgrenze ist überschritten, sobald Fans mit den Apps kommerziell Geld verdienen. In solchen Fällen müssen Content Creator ihre Markenrechte verteidigen, um deren Verlust zu riskieren.
Was sollten Entwickler tun, bevor sie eine Soundboard App veröffentlichen?
Es ist unerlässlich, vor der Veröffentlichung die ausdrückliche Zustimmung des jeweiligen YouTubers, Streamers oder dessen Managements einzuholen. Eine rechtliche Prüfung und detaillierte Vertragsgestaltung sind dringend empfohlen.