Steuerrecht aktuell: Homeoffice, Vereine, Kurzarbeit | IT-Medienrecht

Erfahren Sie jetzt alle wichtigen Änderungen im Steuerrecht 2021/2022! Von Homeoffice-Pauschale bis Kurzarbeitergeld – wir zeigen Ihnen, was neu ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Homeoffice-Pauschale von 5 Euro pro Tag (max. 600 Euro) wurde für 2020 und 2021 eingeführt.
  • Die Pauschalen für Übungsleiter und Ehrenamtliche sowie die Entlastung für Alleinerziehende wurden erhöht oder entfristet.
  • Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld und bestimmte Corona-Beihilfen bleiben länger steuerfrei.
  • Es gibt Neuerungen bei der Sachbezugsgrenze, der Vermietung von Wohnraum und der Verlustverrechnung von Kapitalanlagen.
  • Der Zweckkatalog für gemeinnützige Organisationen wurde erweitert.

Zwei Tage nach dem Bundestag hat am 18.12.2020 auch der Bundesrat zahlreichen neuen Regeln im Steuerrecht zugestimmt.
Das Gesetz kann nun dem Bundespräsidenten zur Unterzeichnung zugeleitet werden.

Aber was ist neu?
So beschloss der Bundestag Erleichterungen für das Arbeiten im Homeoffice: Steuerpflichtige können für jeden Kalendertag der Jahre 2020 und 2021, an dem sie ausschließlich zuhause arbeiten, einen Betrag von fünf Euro geltend machen – maximal 600 Euro. Dies gilt, auch wenn die üblichen Voraussetzungen für den Abzug von Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nicht vorliegen.
Vereine und Ehrenamtliche werden gestärkt – auch dies eine langjährige Forderung des Bundesrates: Die sogenannte Übungsleiterpauschale steigt ab 2021 von 2.400 auf 3.000 Euro, die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro. Bis zu einem Betrag von 300 Euro ist ein vereinfachter Spendennachweis möglich.
Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld bleiben bis Ende 2021 steuerfrei. Verbesserungen gibt es zudem für weitere Beihilfen und Unterstützungen, die Beschäftigte aufgrund der Corona-Krise erhalten, z.B. den Pflegebonus: Die bis zum Jahresende befristete Steuerbefreiung für Zahlungen bis 1.500 Euro wird bis Juni 2021 verlängert. Damit haben Arbeitgeber mehr Zeit für eine steuerbegünstigte Abwicklung der Corona-Beihilfen.
Ebenfalls verlängert wird die Entlastung für Alleinerziehende in Höhe von 4.008 Euro, die im Zweiten Corona-Steuerhilfe Gesetz befristet eingeführt worden war. Die Befristung wird aufgehoben, so dass die Erhöhung auch ab dem Jahr 2022 fort gilt.

Der Zweckkatalog der Abgabenordnung für gemeinnützige Organisationen wird um die Zwecke Klimaschutz, Freifunk und Ortsverschönerung erweitert.
Auch die steuerfreie Sachbezugsgrenze für alle Beschäftigten erhöht sich ab 2022 von 44 auf 50 Euro. Für sog. Sachbezugskarten folgt eine Klarstellung durch ein Schreiben des Bundesfinanzministeriums.

Bei der Besteuerung von Mieteinnahmen verbessert sich die Regelung für besonders günstig vermieteten Wohnraum: Bisher können Werbungskosten vom Vermieter in diesen Fällen nur dann geltend gemacht werden, wenn die Miete mindestens 60% der ortsüblichen Vergleichsmiete beträgt. Diese Grenze sinkt auf 50%. Damit soll verhindert werden, dass Vermieter aus rein steuerlichen Gründen die Miete erhöhen.
Verluste aus Termingeschäften, insbesondere aus dem Verfall von Optionen, können künftig bis 20.000 Euro im laufenden Kalenderjahr mit Gewinnen und so genannten Stillhalterprämien verrechnet werden – bisher waren es maximal 10.000 Euro. Nicht verrechnete Verluste könnten auf Folgejahre vorgetragen werden und jeweils in Höhe von 20.000 Euro mit Gewinnen verrechnet werden.
Verluste aus der Ausbuchung wertloser Wirtschaftsgüter oder der so genannten Uneinbringlichkeit einer Kapitalforderung können mit Einkünften aus Kapitalvermögen bis zur Höhe von 20.000 Euro im Jahr ausgeglichen werden. Auch hier ist die Übertragung und Verrechnung nicht verrechneter Verluste auf die Folgejahre möglich.

Weitere Neuregelungen betreffen die Modernisierung des Mehrwertsteuersystems und die Betrugsbekämpfung im grenzüberschreitenden Online-Handel, Anpassungen an aktuelle Steuerrechtsprechung und die Umsetzung von EU-Vorgaben.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Homeoffice-Pauschale und für welche Jahre gilt sie?
Steuerpflichtige können für jeden Kalendertag der Jahre 2020 und 2021, an dem sie ausschließlich zuhause arbeiten, fünf Euro geltend machen, maximal jedoch 600 Euro. Dies gilt auch ohne ein häusliches Arbeitszimmer.
Welche Änderungen gibt es bei der Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale?
Ab 2021 steigt die Übungsleiterpauschale von 2.400 auf 3.000 Euro und die Ehrenamtspauschale von 720 auf 840 Euro. Zudem ist ein vereinfachter Spendennachweis bis 300 Euro möglich.
Werden Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld weiterhin steuerfrei sein?
Ja, Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld bleiben bis Ende 2021 steuerfrei. Auch die Steuerbefreiung für Corona-Beihilfen bis 1.500 Euro wurde bis Juni 2021 verlängert.
Was ändert sich für Alleinerziehende?
Die Entlastung für Alleinerziehende in Höhe von 4.008 Euro, die befristet eingeführt wurde, wird entfristet und gilt somit auch ab dem Jahr 2022 dauerhaft.
Wie hat sich die Regelung für günstig vermieteten Wohnraum geändert?
Die Grenze, ab der Werbungskosten bei günstig vermietetem Wohnraum geltend gemacht werden können, sinkt von 60% auf 50% der ortsüblichen Vergleichsmiete. Dies soll Mietpreiserhöhungen aus steuerlichen Gründen verhindern.