Break-Up Fee

Break-Up Fee

Blitzskalierung und aggressive Geschäftsmodelle: Innovation zwischen Fortschritt und Gesetzesumgehung
Die Romantisierung des „Fail Fast“-Prinzips in Startups – Wann wird Scheitern zur Täuschung gegenüber Stakeholdern?
Automatisierte Preisgestaltung und Dynamic Pricing im E‑Commerce
Growth Hacking und virales Marketing – Juristische Anforderungen
Haftung beim Einsatz von VibeCoding und No-Code-Plattformen – Auswirkungen auf die Legal Due Diligence
Alternative Finanzierungsmodelle in Deutschland und andere Länder – Zulässigkeit und Gestaltung
Rechtliche Gestaltung und unternehmerische Strukturierung von Influencer-Startups und Personal Brands
Investoren aufnehmen im Startup: Timing, Risiken und Rechtsrahmen
Ehrlichkeit im Startup-Marketing: Rechtliche Anforderungen und ethische Grenzen zwischen Transparenz und Werbung
Startups im rechtlichen Graubereich: Zulässigkeit und Grenzen innovativer Geschäftsmodelle
Moralische und juristische Aspekte zum Thema „Vertrauen unter Gründern“
Ehrlichkeit und faire Preisgestaltung bei Startups (SaaS, Mobile Apps und digitale Dienste)
Erstellung von Verträgen mit Facemodellen und Stimmenmodellen: Ein Leitfaden für die Gaming-Industrie
Rechtskonforme Archivierung von E-Mails: Gesetzliche Anforderungen und praktische Umsetzung
Lizenzverträge für Software-Startups: Wie Sie Ihr geistiges Eigentum optimal schützen
iStock 1405433207 scaled
Begleitung bei der Gründung
Schiedsgerichtsbarkeit und alternative Streitbeilegungsverfahren in Unternehmenskonflikten
Vertragsgestaltung im Kontext agiler Arbeitsmethoden: Scrum und Co.
Joint venture
< Alle Themen
Drucken
Wichtigste Punkte
  • Break-Up Fee ist eine vertragliche Bestimmung in M&A, die eine Partei zur Zahlung verpflichtet.
  • Sie dient der Kompensation des Käufers für investierte Ressourcen und Opportunitätskosten.
  • Typische Auslöser umfassen die Annahme eines höheren Angebots und die Ablehnung durch den Vorstand.
  • Die Höhe wird meist als Prozentsatz des Transaktionswerts festgelegt, typischerweise 1% bis 5%.
  • Gerichte prüfen die Angemessenheit der Fee und ob sie Wettbewerbsrecht verletzt.
  • Break-Up Fees bieten sowohl Vorteile als auch Nachteile für Käufer und Verkäufer.
  • Trends zeigen eine zunehmende Verwendung und Komplexität von Fee-Strukturen in verschiedenen Märkten.

Eine Break-Up Fee, auch bekannt als Termination Fee, ist eine vertragliche Bestimmung in Fusionen und Übernahmen (M&A), die eine Partei zur Zahlung einer festgelegten Summe verpflichtet, wenn sie die Transaktion unter bestimmten Umständen beendet. Typischerweise wird diese Gebühr vom Verkäufer (Zielunternehmen) an den potenziellen Käufer gezahlt, wenn die Transaktion aufgrund spezifischer, im Vertrag definierter Gründe nicht zustande kommt.

Hauptzweck und Funktionen:

1. Kompensation: Entschädigt den Käufer für Zeit, Ressourcen und Opportunitätskosten, die in die Transaktion investiert wurden.
2. Verbindlichkeit: Erhöht die Verbindlichkeit des Verkäufers gegenüber der Transaktion.
3. Abschreckung: Hält konkurrierende Bieter davon ab, in laufende Verhandlungen einzugreifen.
4. Preissignal: Kann als Indikator für den Wert des Unternehmens dienen.

Typische Auslöser für Break-Up Fees:

– Annahme eines höheren Angebots von einem anderen Bieter
– Ablehnung der Transaktion durch den Vorstand oder die Aktionäre des Verkäufers
– Wesentliche Verletzung der Zusicherungen und Gewährleistungen
– Nichterreichen notwendiger behördlicher Genehmigungen (in manchen Fällen)

Struktur und Höhe:

– Üblicherweise als Prozentsatz des Transaktionswertes festgelegt
– Typische Spanne: 1% bis 5% des Transaktionswertes
– Kann als Festbetrag oder gestaffelt definiert sein
– Manchmal an spezifische Meilensteine oder Zeitpunkte im Transaktionsprozess geknüpft

Rechtliche und regulatorische Aspekte:

1. Angemessenheit: Gerichte prüfen, ob die Höhe der Fee angemessen und nicht übermäßig abschreckend ist.
2. Treuhänderische Pflichten: Muss mit den Pflichten des Vorstands gegenüber den Aktionären vereinbar sein.
3. Wettbewerbsrecht: Darf nicht als unzulässige Wettbewerbsbeschränkung wirken.
4. Börsenregeln: Bei börsennotierten Unternehmen können spezielle Regeln gelten.

Vor- und Nachteile für den Käufer:

Vorteile:
– Schutz vor finanziellen Verlusten bei Scheitern der Transaktion
– Erhöhte Verhandlungssicherheit
– Mögliche Abschreckung konkurrierender Bieter

Nachteile:
– Kann als aggressiv wahrgenommen werden und Verhandlungen belasten
– Möglicherweise nicht ausreichend, um tatsächliche Kosten zu decken
– Kann zu überhöhten Geboten führen, um die Fee zu rechtfertigen

Vor- und Nachteile für den Verkäufer:

Vorteile:
– Kann Ernsthaftigkeit des Käufers signalisieren
– Möglichkeit, bessere Konditionen auszuhandeln
– Kann als Druckmittel gegenüber anderen Bietern dienen

Nachteile:
– Einschränkung der Flexibilität bei alternativen Angeboten
– Potenzielle finanzielle Belastung bei Nichtzustandekommen der Transaktion
– Mögliche negative Wahrnehmung durch Aktionäre

Verhandlungsstrategien:

1. Gegenseitigkeit: Vereinbarung beidseitiger Break-Up Fees
2. Staffelung: Anpassung der Höhe an verschiedene Szenarien oder Zeitpunkte
3. Begrenzung: Festlegung einer Obergrenze für die Fee
4. Ausnahmen: Definition spezifischer Umstände, unter denen keine Fee fällig wird
5. Eskalationsmechanismen: Schrittweise Erhöhung der Fee im Laufe des Prozesses

Branchenspezifische Überlegungen:

– Technologie: Oft höhere Fees aufgrund volatiler Marktbedingungen und Wettbewerbsintensität
– Regulierte Industrien: Besondere Berücksichtigung behördlicher Genehmigungsprozesse
– Öffentlicher Sektor: Möglicherweise Einschränkungen oder spezielle Anforderungen

Alternativen und verwandte Konzepte:

– Reverse Break-Up Fee: Vom Käufer an den Verkäufer zu zahlende Gebühr
– Topping Fee: Gebühr für das Recht, ein konkurrierendes Angebot zu überbieten
– Lock-Up Agreements: Vereinbarungen zur Sicherung von Schlüsselaktiva
– No-Shop Clauses: Verbot der aktiven Suche nach alternativen Angeboten

Trends und Entwicklungen:

– Zunehmende Verwendung in verschiedenen Transaktionstypen und Märkten
– Stärkere Differenzierung und Komplexität der Fee-Strukturen
– Erhöhte Aufmerksamkeit von Regulierungsbehörden und Aktionärsvertretern
– Integration in umfassendere Deal-Protection-Mechanismen

Fazit:

Break-Up Fees sind ein wichtiges Instrument in M&A-Transaktionen, das sowohl Chancen als auch Risiken birgt. Ihre effektive Nutzung erfordert ein sorgfältiges Abwägen der rechtlichen, finanziellen und strategischen Implikationen. Während sie Schutz und Anreize bieten können, müssen sie im Kontext der Gesamttransaktion und der Marktbedingungen betrachtet werden. Eine ausgewogene und gut strukturierte Break-Up Fee kann dazu beitragen, die Interessen aller Beteiligten in Einklang zu bringen und den Transaktionsprozess zu stabilisieren.

 

Inhaltsverzeichnis

Auch verfügbar in: