Heute möchte ich kurz ab eine Sache erinnern, von der wahrscheinlich 99,9 % der Selbstständigen und Arbeitgeber noch nicht gehört haben. Bei Geschäftsreisen ins EU- / EFTA-Ausland muss nämlich seit einigen Jahren eine sogenannte „A1-Bescheinigung“ mitgeführt werden. Noch nie davon gehört? Kein Problem. Ich denke, man ist in guter Gesellschaft.

Seit 2019 ist die Verpflichtung dazu jedoch relevanter geworden und sie gilt nicht nur für Angestellte, sondern auch für Selbständige und zwar unabhängig davon, ob man 2 Stunden zum Kunden in die Schweiz fährt, eine Konferenz in Frankreich besucht oder längerfristig einem Projekt im EU-Ausland nachgeht. Kontrollen der Behörden führen inzwischen mitunter zu empfindlichen Bußgeldern. Während Arbeitgeber, also beispielsweise Esport-Teams für ihre Spieler, die an einem Turnier im EU-Ausland teilnehmen, oder Softwareentwickler, die angestellte Programmierer zum Kunden schicken, seit dem 1. Januar 2019 diese Bescheinigung obligatorisch (aufgrund einer EU-Verordnung) nur noch elektronisch beantragen können, müssen Selbstständige dies weiterhin in Papierform erledigen. Selbstständige sind dabei alle gewerblich Handelnden und Freiberufler, ob Rechtsanwalt, Marketingberater, Streamer, Programmierer oder sonstige Personen, die die Reise beruflich bedingt durchführen. Neben den EU-Ländern gilt die Pflicht übrigens auch für die Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen. 90 Tage lang auch noch für Großbritannien 😉

Das Ganze dient dem Verhindern von Sozialversicherungsbetrug und soll ausländischen Sozialbehörden daher beschei­nigen, welches Sozial­system für den Reisenden/Arbeitenden zuständig ist.

Als Arbeitgeber ist für die Beantragung meist derjenige notwendig, der auch sonst die Lohnbescheinigungen macht, denn für die Beantragung ist ein zerti­fi­ziertes Lohnpro­gramm notwendig. Der zuständige Träger wird dann, ebenfalls elektronisch, die Bescheinigung zusenden und als Arbeitnehmer muss diese dann mitgeführt werden.

Selbstständige können/müssen das Formular elektronisch hier ausfüllen und an die eigene Krankenversicherung schicken, bei der man versichert ist. Weitere Hinweise für andere Träger finden sich auch auf dem Formular.

Die Regelungen zu der A1 Bescheinigung wurde gerade verschärft und die Diskussionen bzgl. zunehmenden Sozialversicherungsbetrug nehmen in vielen Ländern zu. Ich kann schwer sagen, wie groß das Risiko einer Kontrolle ist. Die Wahrscheinlichkeit dazu ist bei einem selbstständigen Handwerker auf dem Bau im Ausland wahrscheinlich größer, als bei einem Webdesigner, der vom Starbucks in Rom arbeitet. Auf der anderen Seite, ist die Bescheinigung zu beantragen auch kein allzu großer Aufwand.

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