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BaFin und die Regulierung von E-Geld (auch bei Computerspielen)

11. Dezember 2022
in Blockchain und Web 3 Recht, Recht und Computerspiele
Lesezeit: 22 Minuten Lesezeit
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Was ist die BaFin?

Inhaltsverzeichnis Verbergen
1. Was ist die BaFin?
2. Aufgaben der BaFin
3. Regulierung von E-Geld durch die BaFin
3.1. Grundlagen der Regulierung von E-Geldinstituten
3.2. Voraussetzungen für die Erteilung einer Lizenz als E-Geldinstitut
4. E-Geld, Computerspiele und Spielgeld?
5. Fazit: Große Chancen, aber auch großer Aufwand, ein E-Geld Institut zu werden
5.1. Author: Marian Härtel

Die BaFin ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht und ist die deutsche Aufsichtsbehörde für Kreditinstitute, Versicherungsunternehmen, Finanzdienstleister und Wertpapierhandelshäuser. Die BaFin überwacht und reglementiert den deutschen Finanzmarkt und sorgt dafür, dass die Unternehmen, die in diesem Markt tätig sind, sich an die gesetzlichen Regeln halten. Die BaFin wurde 2002 gegründet und ersetzte die vorherige Aufsichtsbehörde, die Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen (BAKred). Seit ihrer Gründung hat die BaFin ihren Sitz in Bonn. Im Jahr 2011 zog die Behörde jedoch (zumindest teilweise) nach Frankfurt am Main um. Die Hauptaufgabe der BaFin ist die Wahrung der Integrität des deutschen Finanzsystems. Dazu gehört es, dass die BaFin Finanzunternehmen kontrolliert und sicherstellt, dass sie sich an die gesetzlichen Regeln halten. Die Behörde tritt auch als Streitbeilegungsstelle zwischen Kunden und Unternehmen auf. Die BaFin ist dem Bundesministerium der Finanzen unterstellt.

Wichtigste Punkte
  • Die BaFin ist die Aufsichtsbehörde für Finanzdienstleister in Deutschland, gegründet 2002, mit Sitz in Bonn und Frankfurt.
  • Die Hauptaufgabe der BaFin ist die Überwachung der Integrität des Finanzsystems und die Durchsetzung gesetzlicher Vorschriften.
  • Die BaFin reguliert Banken, Versicherungsunternehmen, und E-Geld-Institute und sorgt für die Finanzstabilität.
  • E-Geldinstitute müssen strenge Vorgaben hinsichtlich Finanzmittel und Risikomanagement erfüllen, um lizenziert zu werden.
  • Die BaFin kann Sanktionen verhängen, wenn Unternehmen gegen Vorschriften verstoßen und sorgt für Kundenschutz.
  • Bei der Regulierung von NFT erwägen, dass sie wie Wertpapiere behandelt werden, was Genehmigungen erfordert.
  • Es ist essentiell für Unternehmen im E-Geld-Bereich, die Vorschriften der BaFin zu beachten, um Rechtsproblemen vorzubeugen.

Aufgaben der BaFin

Die BaFin ist für den ordnungsgemäßen Ablauf von Bankgeschäften sowie Finanzdienstleistungen und E-Geld im gesamten Bundesgebiet zuständig ist. Sie übernimmt die Kontrolle über Banken, Versicherungsunternehmen, Finanzdienstleister und Investmentfonds und sorgt dafür, dass diese Unternehmen ihren Verpflichtungen nachkommen. Die BaFin hat auch eine wichtige Rolle bei der Regulierung von E-Geld in Deutschland. Sie ist verantwortlich für die Überwachung der Aktivitäten von Unternehmen, die E-Geld anbieten und sicherstellen, dass sie in vollem Umfang den geltenden Gesetzen entsprechen. Die Behörde kann auch Strafen oder andere Sanktionen verhängen, wenn Unternehmen gegen Vorschriften oder Auflagen verstoßen.

Um diese Unternehmen effektiv zu regulieren, gibt es verschiedene Gesetze und Vorschriften, an die sich alle Finanzunternehmen halten müssen. Dazu gehört auch ein regelmäßiges Berichtswesen an die BaFin sowie ein Anti-Geldwäscheprogramm zur Vorbeugung von Geldwäscheaktivitäten durch diese Organisationen. Darüber hinaus ist es Aufgabe der BaFin, strenge Kontrollmaßnahmen bei der Erteilung von Lizenzanträgen an Unternehmen zu prüfen oder zu erlassen sowie bestehende Lizenzanträge regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls neue Regeln oder Richtlinien festzulegen. Ziel ist es hierbei stets, den Kundenschutz in Bezug auf Finanzdienstleistungsprodukte und -dienste zu gewährleisten und potenzielle finanzielle Risiken für Investoren abzusichern.

Auch Anbieter von NFT könnten, je nach Ausgestaltung, verpflichtet sein, von der BaFin reguliert zu werden bzw. unter die entsprechenden Gesetze fallen. Wenn NFT als Wertpapiere eingestuft werden, bedeutet dies, dass sie denselben Regeln unterliegen wie andere Finanzinstrumente. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die derartige NFT anbieten oder handeln wollen, eine Genehmigung der BaFin benötigen. Darüber hinaus müssen sie sich an die gleichen Transparenz- und Risikomanagement-Standards halten, die für andere Wertpapiere gelten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um sicherzustellen, dass Investoren beim Kauf von NFT auf einem geregelten Markt fair behandelt werden. Die Abgrenzung von NFT beispielsweise in Computerspielen oder für Mode und NFT, die eigentlich nur Anlagezwecken dienen, ist jedoch aktuell sehr schwer und eine der großen Herausforderungenv on Jurisiten in dem Bereich.

Regulierung von E-Geld durch die BaFin

Grundlagen der Regulierung von E-Geldinstituten

Aufgrund der Bedenken hinsichtlich der finanziellen Sicherheit und Stabilität, die mit E-Geld einhergehen, hat die BaFin ein Regelwerk aufgestellt, das E-Geldinstitute verpflichtet, bestimmte Standards zu erfüllen. Dazu gehören:

1. Ein E-Geldinstitut muss nachweisen können, dass es über ausreichende finanzielle Mittel verfügt, um die Kundengelder sicher zu halten und alle Verpflichtungen gegenüber den Kunden zu erfüllen. Die BaFin überprüft regelmäßig die Finanzstabilität des Instituts.

2. Eine angemessene Risikomanagementstruktur muss vorhanden sein, um sicherzustellen, dass die Gelder der Kunden vor finanziellen Verlustrisiken geschützt sind. Diese Struktur sollte eine solide interne Revision und Kontrolle beinhalten, sowie einen Verhaltenskodex für alle Mitarbeiter des Instituts enthalten.

3. Es muss angemessene Vorkehrungen für den Schutz der Kundendaten getroffen werden, um sicherzustellen, dass persönliche Informationen nicht missbraucht werden können und Kundendaten vor unbefugtem Zugriff geschützt bleiben.

4. Es muss Vorsorge getroffen werden gegen betrügerische Aktivitäten und Manipulation von Transaktionen. Dazu gehört auch eine risikobasierte Prüfung potenzieller Geschäftsbeziehungen und Transaktionstransparenz.

5. Das Institut muss in der Lage sein, liquide zu bleiben und alle Zahlungsverpflichtungen aufrechtzuerhalten, indem es angemessene Reserven bildet oder sonstige Maßnahmen ergreift, um eine Liquiditätskrise abzuwenden oder abzuschwächen.

Voraussetzungen für die Erteilung einer Lizenz als E-Geldinstitut

Die BaFin legt strenge Voraussetzungen fest, die erfüllt werden müssen, um eine Lizenz als E-Geldinstitut zu erhalten. Dazu gehören unter anderem:

1. Ein Antragsteller muss eine Genehmigung von der BaFin erhalten und ein Erlaubnisverfahren durchlaufen, bevor er als E-Geldinstitut zugelassen werden kann. Dieses Verfahren umfasst eine detaillierte Prüfung der technischen und organisatorischen Komponenten des Unternehmens und seiner Aktivitäten.

2. Der Antragsteller muss auch ein Mindestkapital nachweisen, das im Verhältnis zu den vorgesehenen Tätigkeiten steht. Die Höhe des notwendigen Mindestkapitals hängt von der Art und Größe des Unternehmens und seiner Aktivitäten ab.

3. Zudem muss ein Antragsteller über die notwendigen Fachkenntnisse verfügen, um die Aufgaben des E-Geldinstituts effizient und in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften durchzuführen. Dies schließt auch den Nachweis anerkannter Qualifikationen ein, die regelmäßig geprüft werden müssen.

4. Schließlich ist es für ein E-Geldinstitut erforderlich, dass sich dieses an bestimmte Anforderungen hinsichtlich der Identifizierung der Kunden, der Transparenz und der Geldwäscheprävention hält. Dazu gehört auch die Umsetzung effektiver interne Kontrollsysteme sowie geeigneter Verfahren zur Vermeidung von Manipulation oder Betrug bei den Finanzdienstleistungsgeschäften des Unternehmens.

Die BaFin legt außerdem bestimmte Anforderungen an die Berichterstattung fest, damit sichergestellt wird, dass alle relevanten Informationen rechtzeitig gemeldet werden können. Darüber hinaus kann sie in bestimmten Fällen die Erbringung weiterer Leistungsnachweise verlangen oder Auflagen machen, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden. Um zu gewährleisten, dass alle Vorschriften ordnungsgemäß befolgt werden, überwacht die BaFin regelmäßig alle E-Geldinstitute in Deutschland und leitet Maßnahmen zur Verbesserung der Compliance ein, falls dies notwendig ist.

Dazu gehört unter anderem auch die Überprüfung des Einsatzes neuer Technologien oder Produkte sowie deren Auswirkung auf den Markt und auf Kundenschutzvorschriften. Aufgrund ihrer strengen Regulierung stellt die BaFin sicher, dass E-Geldinstitute ihre Pflichten korrekt erfüllen und Kundengelder angemessen schützen können. Daher ist es für Unternehmen sehr wichtig zu verstehen, welche Anforderungen die BaFin stellt und welche Schritte ergriffen werden müssen, um als E-Geldinstitut lizenziert zu werden und im Geschäft bleiben zu können.

E-Geld, Computerspiele und Spielgeld?

E-Geld kann auch in Zukunft auch Auswirkungen auf den Computerspielemarkt haben. Da Spielgeld möglicherweise als E-Geld eingestuft wird, könnte dies bedeuten, dass Computerspiele, die Spielgeld verwenden, vor allem solches, das in mehren Spielen verwendbar ist bzw. in Spielen verschiedener Anbieter, von der BaFin reguliert werden.

In der Vergangenheit gab es schon Fälle von Anbietern, die in Ungnade fielen, weil sie nicht die geltenden Regeln befolgt hatten. Um dieses Risiko zu vermeiden, ist es ratsam, sich professionellen Rat einzuholen, wenn man mit einer Spielwährung mehr macht, als diese nur rein intern in nur einem einzigen Spiel zu verwenden bzw. wenn man für die Handhabe der Währung auf Blockchain-Mechaniken oder Inhalte zurückgreift. 

Auch wenn es noch keine strikten Vorschriften für einzelne Computerspiele gibt, ist es wichtig zu verstehen, dass jedes Unternehmen mit einem Produkt oder Dienstleistung im Zusammenhang mit virtuellem Geld und digitalem Zahlungsverkehr rechtliche Pflichten hat. Dazu gehören die Einhaltung bestimmter Datenschutzstandards und unter Umstände Bestimmungen des deutschen Geldwäschegesetzes. So kann beispielsweise verhindert werden, dass illegale Aktivitäten wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung über das Spiel unterstützt werden. Derzeit prüft die BaFin verschiedene Möglichkeiten, um sicherzustellen, dass neue Technologie nicht missbraucht wird und Entwickler in die Lage versetzt wird, ihre Produkte rechtlich korrekt zu verkaufen. Daher ist es ratsam für alle Beteiligten im E-Geld-Bereich vor jeder Änderung ihrer Produkte oder Dienstleistungen Kontakt mit der BaFin aufzunehmen. Nur so kann man sicher sein, dass man alle geltenden Gesetze und Vorschriften einhält und somit nicht ungewollt in Schwierigkeiten gerät.

Letztlich bietet eine solche Regulierung Einzelpersonen und Unternehmen einen Schutz vor finanziellen Risiken und ungesetzlichem Verhalten. Deshalb ist es entscheidend, dass alle Unternehmen im E-Geld-Sektor ihr Wissen auffrischen und sich angesichts der neuesten Entwicklungen stets an die BaFin halten.

Fazit: Große Chancen, aber auch großer Aufwand, ein E-Geld Institut zu werden

E-Geld bietet große Chancen für Unternehmen, die den Aufwand und die Kosten für die Errichtung und den Betrieb eines E-Geld Instituts auf sich nehmen. Gerade auch im Bereich Computerspiele oder beim Versuch eine Währung für mehr als einen Anbieter zu etablieren, gibt es bisher kaum Anbieter.

Auch wenn die BaFin die Regulierung der E-Geld Institute streng überwacht, können diese Unternehmen durchaus profitabel arbeiten. Allerdings ist es auch wichtig zu beachten, dass ein E-Geld Institut ein sehr komplexes Geschäft ist und daher auch einen hohen Aufwand erfordert.

Gerne berate ich zu diesen Fragen und kann auch bei der Schaffung eines Geschäftsmodels helfen bzw. bei allen Fragen abseits der BaFin unterstützen.

Marian Härtel
Author: Marian Härtel

Marian Härtel ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht mit einer über 25-jährigen Erfahrung als Unternehmer und Berater in den Bereichen Games, E-Sport, Blockchain, SaaS und Künstliche Intelligenz. Seine Beratungsschwerpunkte umfassen neben dem IT-Recht insbesondere das Urheberrecht, Medienrecht sowie Wettbewerbsrecht. Er betreut schwerpunktmäßig Start-ups, Agenturen und Influencer, die er in strategischen Fragen, komplexen Vertragsangelegenheiten sowie bei Investitionsprojekten begleitet. Dabei zeichnet sich seine Beratung durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der juristische Expertise und langjährige unternehmerische Erfahrung miteinander verbindet. Ziel seiner Tätigkeit ist stets, Mandanten praxisorientierte Lösungen anzubieten und rechtlich fundierte Unterstützung bei der Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle zu gewährleisten.

Tags: BankBlockchainComplianceComputerComputerspielComputerspieleDatenschutzDienstleistungDigitalEntwicklungFinanzierungFrankfurtGeldwäscheGesetzeInformationInvestmentInvestorLizenzManagementModelRegulierungRisikomanagementSanktionSicherheitWertpapierZins

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