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Haftungsrisiken für Esport-Teams bei der Zusammenarbeit mit scheinselbstständigen Spielern

Einführung: Warum sind Esport-Teams gegenüber Haftungsrisiken von selbstständigen Spielern anfällig?

Esport-Teams sind einem hohen Risiko ausgesetzt, wenn sie mit scheinselbstständigen Spielern zusammenarbeiten. Dieses Risiko ist darauf zurückzuführen, dass die Teams nicht immer wissen, ob der Spieler tatsächlich selbstständig arbeitet oder ob er faktisch als Angestellter des Teams fungiert. Wenn eine Person als Angestellter angesehen wird, können daraus Haftungsrisiken entstehen, da sie unter Umständen Anspruch auf bestimmte Arbeitnehmerleistungen haben kann. Um diese Haftungsrisiken zu vermeiden, ist es für Esport-Teams wichtig, den Status ihrer Spieler zu klären. Daher sollten sich diese Teams an ihre lokalen Gesetze halten und alle notwendigen Schritte unternehmen, um festzustellen, ob ein Spieler als selbstständiger Unternehmer oder als Angestellter des Teams arbeitet.

Einige der häufigsten Maßnahmen hierzu sind:

• Ermittlung des Status des Spielers: Esport-Teams müssen den Status des Spielers anhand der jeweiligen gesetzlichen Regeln für Selbstständige in ihrem Land bestimmen. Dies ist besonders wichtig bei solchen Fällen, in denen ein Spieler in mehreren Ländern tätig ist oder regelmäßig die Grenzen überschreitet.

• Prüfung des Arbeitsverhaltens: Esport-Teams sollten das Verhalten und die Bedingungen untersuchen, unter denen der Spieler arbeitet. In manchen Fällen kann ein ziemlich eindeutiges Arbeitsverhältnis vorliegen (wie beispielsweise bei regelmäßigen Besprechungsterminen, Trainingssessions und dergleichen).

• Erarbeitung von Vertragsbedingungen: Esport-Teams sollten vertraglich festlegen, welche Leistungen das Team erbringt und welche Leistungserbringung vom selbstständigen Spieler erwartet wird. Alle Vertragsklauseln sollten strikt eingehalten werden. Indem Esport-Teams diese Vorsichtsmaßnahmen ergreifen und vertragliche Regelungen schaffen, können sie Risiken minimieren und die Zusammenarbeit mit selbstständigen Spielern effektiv gestalten. Durch die Beachtung dieser Punkte können potenzielle Haftungsrisiken vermieden werden und sowohl dem Team als auch dem selbstständigen Spieler Rechtssicherheit geboten werden.

 Definitionen: Was ist ein scheinselbstständiger Spieler und was sind die damit verbundenen Risiken?

Ein scheinselbstständiger Spieler ist ein Spieler, der bei einem Esport-Team arbeitet, aber nicht als Angestellter des Teams gilt (zumindest für die beteiligten Parteien…). Die meisten Esport-Teams verwenden scheinselbstständige Spieler, um Kosten zu sparen und sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren. Einige Risiken der Zusammenarbeit mit scheinselbstständigen Spielern sind:

1) Keine sozialversicherungsrechtliche Absicherung:  Scheinselbstständige Arbeiter haben keinen Anspruch auf sozialversicherungsrechtliche Absicherung. Dies bedeutet, dass sie keinen Anspruch auf Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung haben. Dies kann zu finanziellen Schwierigkeiten für die Spieler führen, wenn sie krank werden oder arbeitslos werden.

Für das Team besteht jedoch das Risiko, dass ein Spieler genau diese Leistungen geltend machen könnte und bei einem positiven Statusfeststellungsverfahren, dies auch erfolgreich verlangen könnte.

2) Keine Arbeitnehmerschutzrechte:  Scheinselbstständige Spieler haben keinen Anspruch auf Arbeitnehmerschutzrechte. Dies bedeutet, dass sie keinen Anspruch auf bezahlten Urlaub oder Schutz vor Diskriminierung haben. Dies kann zu Problemen führen, wenn die Spieler besonders hart arbeiten müssen oder wenn sie von anderen Teammitgliedern diskriminiert werden.

3) Keine soziale Absicherung:  Scheinselbstständige Spieler haben keinen Anspruch auf soziale Absicherung. Dies bedeutet, dass sie keinen Anspruch auf Sozialhilfe oder unter Umständen Kindergeld haben. Dies kann zu finanziellen Schwierigkeiten für die Spieler führen, wenn sie Kinder haben oder wenn ihre Eltern krank werden etc. Auch hier gilt natürlich das Risiko für das Team, dass man im schlimmsten Fall, mit Forderungen der Spieler konfrontiert werden könnten. Hinzukommen kommen mögliche Forderungen der Sozialversicherungsträger oder Finanzämter, deren Ignorierung im schlimmsten Fall sogar strafrechtliche Folgen haben könnte.

Prüfverfahren zur Ermittlung des Status eines scheinselbstständigen Spielers

Gemäß den Bestimmungen des SGB IV ist ein Spieler dann anzunehmen, dass er in einem Arbeitsverhältnis steht, wenn er in einer Weise tätig ist, die üblicherweise nur von abhängig Beschäftigten vorgenommen wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn er sich regelmäßig an bestimmte Orte begeben muss, um seine Tätigkeit auszuüben. Ein Beispiel hierfür wäre ein Spieler, der regelmäßig an Trainings- und Wettkampftermine teilnimmt und dafür vom Team bezahlt wird. Auch wenn der Spieler keinen Arbeitsvertrag hat, wird in diesem Fall vermutet, dass er in einem abhängigen Beschäftigungsverhältnis steht. Für Esport-Teams ist es daher wichtig zu prüfen, ob ihre Spieler tatsächlich freiberuflich tätig sind oder ob sie sich lediglich als solche ausweisen, um so die Vorteile einer selbstständigen Tätigkeit zu nutzen.

Eine effektive Prüfung des Status eines scheinselbstständigen Spielers kann durchgeführt werden, indem man sich die Art und Weise ansieht, wie das Team mit diesem Spieler zusammenarbeitet. Einige Faktoren, die bei der Beurteilung des Status eines scheinselbstständigen Spielers berücksichtigt werden sollten, sind: Die Art der Zusammenarbeit mit dem Spieler: Ist die Zusammenarbeit regelmäßig oder nur gelegentlich? Wird der Spieler aktiv in das Geschäft des Teams integriert oder ist er lediglich ein Teilnehmer am Esport? Die Kontrolle über den Aufenthaltsort des Spielers: Hat das Team die Möglichkeit, den Aufenthaltsort des Spielers zu kontrollieren oder ist es dem Spieler freigestellt, wo er sich aufhält? Die Kontrolle über die Arbeitszeiten des Spielers: Hat das Team die Möglichkeit, die Arbeitszeiten des Spielers zu kontrollieren oder ist es dem Spieler freigestellt, wann und wo er arbeitet?

Esport-Teams müssen sorgfältig prüfen, ob ein Spieler tatsächlich als scheinselbstständig eingestuft wird oder nicht. Es gibt drei Verfahren zur Prüfung des Status eines freiberuflichen Spielers, die zur Bewertung herangezogen werden können.

Der erste Test ist der “integrierte Test”, bei dem die Besonderheiten jeder Arbeitsbeziehung analysiert werden, um festzustellen, ob die Beziehung den Status des scheinselbstständigen Spielers verdient.

Der zweite Test ist der “Rechnungslegungstest”. Dieser Test bewertet die Leistungsverpflichtungen und Abrechnungsmethoden des Esport-Teams gegenüber dem Spieler. Wenn das Esport-Team dem Spieler regelmäßig Rechnungen stellt und es sich nicht um eine Einstellung handelt, wird es als scheinselbstständiger Spieler betrachtet.

Der dritte Test ist der “Kontrolltest”. Bei diesem Test wird überprüft, ob das Esport-Team über die Kontrolle der Arbeit des Spielers verfügt oder nicht. Wenn das Team Einfluss auf den Ort, den Zeitpunkt und die Art und Weise hat, in der der Spieler arbeitet, ist er als scheinselbstständig eingestuft worden.

Wenn Esport-Teams diese Tests anwenden, können sie sicher sein, dass ihnen keine Haftungsrisiken entstehen und sie somit gut vor den rechtlichen Folgen geschützt sind. Umso mehr müssen Teams aber auch versuchen, im Vorfeld alle relevanten Informationen über ihre potenziellen Mitarbeiter ausfindig zu machen, um bestmöglich abgesichert zu sein. Die Unterzeichnung von Verträgen mit eindeutigen Bestimmungen kann hier hilfreich sein und sowohl für Teams als auch für Spieler Rechtssicherheit schaffen.

Möglichkeiten, Haftungsrisiken durch schriftliche Vertragsvereinbarungen abzudecken

Es ist klar, dass ein schriftlicher Vertrag sowohl für die Teams als auch für die Spieler eine Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit ist. Ein solcher Vertrag kann haftungsrechtliche Risiken mindern und die Rechte und Pflichten beider Parteien klarer definieren. Durch schriftliche Vertragsvereinbarungen lassen sich neben den sozialversicherungsrechtlichen Problemen folgende Risiken abdecken:

Erstens können Teams Klauseln in den Verträgen aufnehmen, die eindeutig festlegen, welche Verpflichtungen der Spieler gegenüber dem Team bestehen. Dies kann beispielsweise Regelungen zu Trainingszeiten, Spielverpflichtungen oder Wettkampfteilnahmen enthalten. Darüber hinaus können Klauseln zur Geheimhaltung von Informationen und sonstigen Inhalten enthalten sein. Die Verpflichtung des Spielers, im Rahmen des vereinbarten Arbeitsvertrages bestimmte Mindestleistungsergebnisse zu erzielen, kann – bis zu einem gewissen Grad – auch Teil des Vertrages sein.

Zweitens können derartige Verträge Regelungen über den Umgang mit persönlichen Informationen enthalten. So müssen beispielsweise Datenschutzbestimmungen eingehalten werden, damit alle persönlichen Informationen des Spielers vertraulich behandelt werden. Auch eine Klausel zur Nichtveröffentlichung von Bildmaterial ohne vorherige Zustimmung des Spielers sollte Bestandteil des Vertrages sein.

Drittens sollte der Vertrag Auskunft über mögliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Vereinbarung geben, um das Risiko von Schadenersatzforderungen abzudecken oder unnötige Streitigkeiten zu vermeiden. Beide Parteien sollten sich bewusst machen, welche Konsequenz jeder nicht erfüllte Punkt hat und dies im Vertrag verankern.

Viertens sollten Teams in ihren Verträgen Regelung zur Kontrolle und Überwachung von Online-Aktivitäten festlegen. Es bietet sich an, dass die Teams regelmäßige Prüfmechanismen anwendet, um sicherzustellen, dass alle Regeln des Online-Verhaltens eingehalten werden.

Dies hilft nicht nur dabei, eventuelle Haftungsrisiken abzudecknen sondern stellt auch sicher, dass alle Aktion im Rahmen der allgemeinen Gesetze erfolgen. Es ist daher entscheidend für Esport-Teams schriftliche Verträge mit ihren Spielern abzuschließen und vertraglich die Risiken in Bezug auf Haftungt sowie die Rechte und Pflichten beider Parteien genau festlegen . Nur so lassend sich rechtliche Risiken minimieren und gleichzeitig eine reibungslose Zusammenarbeit gewährleisten.

Wie kann man als Esport-Team am besten auf mögliche Haftungsrisiken wegen Scheinselbstständigkeit vorbereitet sein?

Es ist wichtig, als Esport-Team auf mögliche Haftungsrisiken vorbereitet zu sein. Um sicherzustellen, dass die Spieler fair behandelt werden und rechtliche Bestimmungen eingehalten werden, sollten man eine Reihe von Maßnahmen ergreifen. Zunächst sollte das Team eindeutige Verträge mit jedem Spieler abschließen, in denen die Bedingungen für die Zusammenarbeit und die jeweiligen Rechte und Pflichten festgelegt werden.

Darüber hinaus sollten Teams alle Einkünfte, die sie aus der Zusammenarbeit mit dem Spieler erzielen, ordnungsgemäß versteuern. Auch sollten Teams darauf achten, dass sie nicht mehr als nötig an den Spielern verdienen und dass ihre Gewinne angemessen teilen. Darüber hinaus kann es für Esport-Teams sinnvoll sein, verschiedene Versicherungsoptionen zu nutzen, um gegen mögliche Haftungsrisiken abgesichert zu sein. Auch sollte man als Team überprüfen, ob man für juristische Unterstützung in Anspruch nehmen kann oder ob es möglich ist, sonstige Beratungsleistungen in Anspruch zu nehmen.

Abschließend lässt sich feststellen, dass es wichtig ist für Esport-Teams alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um Risiken im Zusammenhang mit der Zusammenarbeit mit scheinselbstständigen Spielern zu minimieren. Mit den richtigen Maßnahmen kann man als Team langfristig vor Haftungsrisiken geschützt sein und gleichzeitig für faire Bedingungen aller Beteiligten Sorge tragen.

Es gibt Vor- und Nachteile für Spiele als frei Mitarbeiter und/oder als Angestellte. Eine Zusammenfassung gibt es in diesem Artikel. Für welche Option man sich jedoch auch immer entscheidet, man sollte sich über die Risiken der jeweiligen Wahl im Klaren sein!

Marian Härtel

Marian Härtel

Marian Härtel ist Rechtsanwalt und Unternehmer mit den Schwerpunkten Urheberrecht, Wettbewerbsrecht und IT/IP Recht und einen Fokus auf Games, Esport, Medien und Blockchain.

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