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Semi-Fungible Tokens (SFTs) im Kontext der DSGVO

10. April 2024
in Blockchain und Web 3 Recht
Lesezeit: 4 Minuten Lesezeit
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ChatGPT Image 25. Apr. 2025 09 15 44

 Eine juristische Betrachtung

Wichtigste Punkte
  • Datenminimierung: Die DSGVO verlangt, personenbezogene Daten nur solange zu speichern, wie nötig; Blockchain widerspricht diesem Prinzip.
  • Recht auf Vergessenwerden: Nutzer können Datenlöschung verlangen, aber permanente Blockchain-Speicherung erschwert diese Umsetzung.
  • Verantwortlichkeit: Dezentrale Blockchain-Strukturen erschweren die Identifikation von Verantwortlichen, was für DSGVO-Einhaltung notwendig ist.
  • SFTs bieten Potenzial: Semi-Fungible Tokens könnten innovative Lösungen für DSGVO-Konformität entwickeln.
  • Off-Chain-Lösungen: Speicherung personenbezogener Daten außerhalb der Blockchain könnte DSGVO-Anforderungen besser erfüllen.
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit: Kooperation zwischen Juristen, Technikern und Datenschutzexperten ist essenziell für innovative Lösungen.
  • Neue Standards setzen: Herausforderungen durch SFTs bieten Chancen für Fortschritte im Datenschutz in der digitalen Welt.

Die Einführung von Semi-Fungible Tokens (SFTs) hat nicht nur in der Blockchain-Technologie neue Wege eröffnet, sondern stellt auch Rechtsanwälte und Datenschutzexperten vor neue Herausforderungen. Diese Entwicklungen sind besonders relevant für meine beratende Tätigkeit, in der ich Mandanten zu den rechtlichen Aspekten der Blockchain-Technologie, einschließlich der DSGVO, berate. Mit SFTs entstehen komplexe rechtliche Fragestellungen, die sowohl für Technologieunternehmen als auch für Verbraucher von Bedeutung sind. In meiner Praxis begegne ich häufig der Notwendigkeit, innovative Lösungen zu entwickeln, die den technologischen Fortschritt mit den strengen Anforderungen der DSGVO in Einklang bringen.

Dieser Artikel zielt darauf ab, die spezifischen Rechtsfragen, die sich aus der Verwendung von SFTs in Verbindung mit der DSGVO ergeben, zu beleuchten. Dabei wird insbesondere der grundlegende Konflikt zwischen der DSGVO und Blockchain-Systemen untersucht. Aus meiner anwaltlichen Erfahrung ist es essenziell, die technischen Eigenschaften von SFTs genau zu verstehen und diese im Kontext der aktuellen Rechtslage zu bewerten. Hierbei ist ein tiefgehendes Verständnis für die Funktionsweise von SFTs und deren Einbettung in die Blockchain-Technologie unabdingbar, um effektive und rechtlich abgesicherte Beratung zu bieten.

Durch die Verbindung meiner juristischen Expertise mit praktischer Erfahrung im Bereich der Blockchain-Technologien strebe ich danach, Mandanten dabei zu unterstützen, die rechtlichen Herausforderungen, die SFTs mit sich bringen, zu meistern und gleichzeitig die Einhaltung der DSGVO sicherzustellen. Diese Arbeit erfordert eine ständige Auseinandersetzung mit den neuesten Entwicklungen in der Blockchain-Welt und eine flexible Anpassung der rechtlichen Beratung an diese dynamischen Veränderungen.

Grundlegender Konflikt: DSGVO vs. Blockchain

Die DSGVO und die Blockchain-Technologie stehen aufgrund ihrer unterschiedlichen Grundprinzipien in einem wesentlichen Spannungsverhältnis. Einerseits zielt die DSGVO darauf ab, den Schutz personenbezogener Daten zu stärken und den Einzelnen mehr Kontrolle über seine Daten zu geben. Dies umfasst das Recht auf Vergessenwerden, die Datensparsamkeit und die Notwendigkeit der Datenlöschung. Andererseits basieren Blockchain-Systeme auf einer dezentralen und unveränderlichen Struktur, in der einmal eingetragene Daten nicht mehr verändert oder entfernt werden können. Diese Charakteristik steht im direkten Widerspruch zu einigen Kernanforderungen der DSGVO.

Die Rolle von SFTs in diesem Kontext

Semi-Fungible Tokens (SFTs) vereinen die Merkmale von fungiblen und nicht-fungiblen Tokens und bieten dadurch eine größere Flexibilität in der Handhabung von Daten. Durch ihre einzigartige Fähigkeit, Zustände zu wechseln, können sie sich an verschiedene Anforderungen anpassen. SFTs können beispielsweise als austauschbare Assets beginnen, ähnlich herkömmlicher Kryptowährungen, und sich unter bestimmten Umständen in einzigartige, nicht austauschbare Assets verwandeln.

Diese Flexibilität eröffnet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten. In der Gaming-Branche etwa können SFTs sowohl als Spielwährung als auch als einzigartige Sammlerstücke oder Belohnungen eingesetzt werden. In diesem Kontext beginnen sie als allgemeine Spielwährung und können sich in seltene Gegenstände verwandeln, die einen spezifischen Wert innerhalb des Spiels haben. Ein anderes Anwendungsbeispiel findet sich im Bereich der digitalen Tickets. SFTs können hier als normale Eintrittskarten fungieren, die sich nach dem Besuch einer Veranstaltung in einzigartige Sammlerstücke verwandeln, die dann als Andenken an das Ereignis dienen.

Trotz ihrer Anpassungsfähigkeit und Anwendungsvielfalt müssen SFTs jedoch die Anforderungen der DSGVO berücksichtigen. Hierbei steht vor allem die Frage im Raum, wie die Grundsätze der Unveränderlichkeit der Blockchain-Daten mit den DSGVO-Vorgaben, wie dem Recht auf Vergessenwerden und der Datensparsamkeit, vereinbart werden können. Es gilt, innovative Lösungsansätze zu finden, die die Balance zwischen der technologischen Funktionsweise der SFTs und den Datenschutzanforderungen wahren.

Datenschutzrechtliche Herausforderungen für SFTs

  • Datenminimierung und Speicherbegrenzung: Die DSGVO fordert, dass personenbezogene Daten nur in dem Umfang und solange gespeichert werden, wie es für den ursprünglichen Zweck notwendig ist. Die permanente Speicherung in einer Blockchain widerspricht diesem Prinzip.
  • Recht auf Vergessenwerden: Dieses Recht ermöglicht es Individuen, die Löschung ihrer personenbezogenen Daten zu verlangen. In einer Blockchain sind Daten jedoch dauerhaft gespeichert, was die Umsetzung dieses Rechts erschwert.
  • Verantwortlichkeit und Haftung: Die dezentralisierte Natur von Blockchain-Systemen erschwert es, einen klar definierten Verantwortlichen für die Datenverarbeitung zu identifizieren, was für die Einhaltung der DSGVO erforderlich ist.

Lösungsansätze und Zukunftsperspektiven

Trotz der Herausforderungen, die mit ihrer Integration verbunden sind, bieten Semi-Fungible Tokens (SFTs) ein erhebliches Potenzial für die Entwicklung von Mechanismen, die eine verbesserte Konformität mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ermöglichen könnten. Eine Möglichkeit ist die Entwicklung von Technologien oder Verfahren, die eine Anonymisierung oder Pseudo-Anonymisierung personenbezogener Daten innerhalb einer Blockchain erlauben. Dies würde bedeuten, dass die Identität der betroffenen Personen geschützt bleibt, während ihre Daten weiterhin im Rahmen der Blockchain-Technologie genutzt werden können.

Darüber hinaus könnte der Einsatz von Off-Chain-Datenbanken in Verbindung mit SFTs ein weiterer Weg sein, die DSGVO-Konformität zu verbessern. In diesem Modell würden personenbezogene Daten außerhalb der Blockchain gespeichert, während auf der Blockchain selbst lediglich nicht-personenbezogene oder stark anonymisierte Daten gehalten werden. Diese Trennung könnte helfen, die Unveränderlichkeit der Blockchain mit den Datenschutzanforderungen der DSGVO in Einklang zu bringen.

Für Spieleanbieter, Sammlerportale oder Unternehmen, die die Blockchain-Technologie nutzen möchten, könnten SFTs besonders interessant sein. Ihre Fähigkeit, zwischen austauschbaren und einzigartigen Zuständen zu wechseln, bietet flexible Anwendungsmöglichkeiten. Im Gaming-Bereich könnten SFTs beispielsweise sowohl als In-Game-Währung als auch als seltene, einzigartige Gegenstände genutzt werden. Für Sammlerportale bieten sie die Möglichkeit, Objekte zunächst als austauschbare Güter anzubieten, die später zu einzigartigen Sammlerstücken werden.

Diese Anwendungsmöglichkeiten heben hervor, wie wichtig es ist, dass die Entwicklung von SFTs und ihre Anwendung in verschiedenen Branchen von einer tiefgreifenden Kenntnis sowohl der technischen als auch der rechtlichen Aspekte begleitet wird. Die Integration von SFTs in bestehende rechtliche Strukturen erfordert kontinuierliche Anpassungen, um sicherzustellen, dass sowohl die technologischen Vorteile genutzt als auch die rechtlichen Anforderungen erfüllt werden.

Um eine solche Balance zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Technologieexperten, Juristen und Datenschutzbeauftragten unerlässlich. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht es, innovative Lösungen zu entwickeln, die sowohl die Einzigartigkeit der SFTs nutzen als auch den strengen Datenschutzanforderungen der DSGVO gerecht werden. Nur durch diesen integrativen Ansatz können die vollständigen Vorteile von SFTs realisiert und gleichzeitig die Datenschutzbedürfnisse der Nutzer gewahrt werden.

Fazit

SFTs stellen eine interessante Entwicklung in der Blockchain-Technologie dar, werfen jedoch komplexe rechtliche Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf die DSGVO. Die Lösung dieser Fragen erfordert innovative Ansätze und eine enge Abstimmung zwischen der technologischen Entwicklung und dem Datenschutzrecht. In diesem rechtlichen Neuland liegt die Chance, neue Standards für den Datenschutz in der digitalen Welt zu setzen.

Marian Härtel
Author: Marian Härtel

Marian Härtel ist Rechtsanwalt und Fachanwalt für IT-Recht mit einer über 25-jährigen Erfahrung als Unternehmer und Berater in den Bereichen Games, E-Sport, Blockchain, SaaS und Künstliche Intelligenz. Seine Beratungsschwerpunkte umfassen neben dem IT-Recht insbesondere das Urheberrecht, Medienrecht sowie Wettbewerbsrecht. Er betreut schwerpunktmäßig Start-ups, Agenturen und Influencer, die er in strategischen Fragen, komplexen Vertragsangelegenheiten sowie bei Investitionsprojekten begleitet. Dabei zeichnet sich seine Beratung durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der juristische Expertise und langjährige unternehmerische Erfahrung miteinander verbindet. Ziel seiner Tätigkeit ist stets, Mandanten praxisorientierte Lösungen anzubieten und rechtlich fundierte Unterstützung bei der Umsetzung innovativer Geschäftsmodelle zu gewährleisten.

Tags: AnpassungBeratungBlockchainDatenschutzDatenschutz-GrundverordnungDatenschutzrechtDSGVOEntwicklungGamingHaftungPersonenbezogene DatenRechtRechtsfragenTechnologieVerbraucher

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