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Steuerpflicht bei “Play to Earn“-Games

Einleitung

Von der ersten Spielekonsole im Jahre 1972 bis hin zu Millionen von Spielen auf dem Smartphone hat sich in der digitalen Spielwelt einiges verändert. Der Newzoo Global Games Market Report zählt 2022 weltweit rund 3,2 Milliarden Online-Spieler. Spieleentwickler machen sich diesen Markt zunutze und entwickeln stets neue Spielkonzepte, indem sie neue Bereiche miteinander verbinden. Mit der Verknüpfung der Bereiche Spiele, NFT und der dezentralen Finanzwirtschaft (DeFi) soll es nun endlich jedem Spieler möglich sein, beim Spielen Geld zu verdienen (sog. “Play-to-Earn-Games”). Ob der spaßige Nebenverdienst für den einen oder anderen Gamer eine Arbeit darstellt oder nicht, ist den Finanzbehörden egal. Wer seine Einnahmen bei der Steuererklärung nicht oder nicht korrekt angibt, dem drohen strafrechtliche und zivilrechtliche Konsequenzen. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Play to Earn Games funktionieren und wie man solche Spiele steuerrechtlich bewerten muss.

Was sind Play to Earn Games?

Play to Earn Game (zu deutsch: “Spielen, um zu verdienen”) ist ein auf Blockchain-basiertes Spielkonzept, bei dem die Spieler für Beiträge im Ökosystem durch virtuelle Werteinheiten (sog. Token) belohnt werden und die Möglichkeiten haben, Teile der virtuellen Welt zu erwerben. Bei den Beiträgen im Ökosystem handelt es sich um die Rechenleistung im Netzwerk, wobei die Tokens eine Dokumentation ihrer Rechenleistung darstellen (Tokenisierung). Hierfür werden NFT als Werteinheit eingesetzt (sog. NFT-Games; Was NFTs sind, erfahren Sie hier). Sie speichern Transaktionen, Vermögenswerte und Besitzverhältnisse dezentral. D.h. diese virtuellen Werteinheiten werden weder von einer staatlichen Zentralbank oder öffentlichen Stelle kontrolliert, noch besitzen sie den gesetzlichen Status einer Währung. Sie können innerhalb der Netzwerke oder in der realen Welt gegen anerkannte Werteinheiten getauscht werden.

Welche Kosten entstehen bei Play to Earn Games?

Anwender der “Play to Earn Games” können bei manchen Spielen dazu verpflichtet werden, bestimmte Dienstleistungen zu kaufen, um am Spiel teilnehmen oder voranschreiten zu können. Weiterhin kann der Anwender Grundstücke, Gegenstände (sog. Items) oder eine benutzerdefinierte Darstellung seiner Grafikfigur (sog. Skins) erwerben. Die im Spiel erworbenen virtuellen Gegenstände oder Grundstücke können zerstört und nicht ersetzt werden.  Bei Weiterveräußerung entstehen Transaktionsgebühren zwischen 2,5% und 10% des Kaufpreises. Diese Gebühren, Investitionskosten und Verlustrechnungen können bei der Steuererklärung eine wichtige Rolle spielen und sollten daher dokumentiert und sicher abgespeichert werden.

Wie sind die erworbenen NFTs steuerrechtlich zu bewerten?

NFTs werden steuerrechtlich wohl als Kunstobjekte bewertet und gehören zu den sonstigen Vermögensgegenständen. Je nachdem, wie ein NFT erlangt wurde, erfolgt eine andere steuerrechtliche Bewertung. Sie werden bei der Einkommensteuererklärung in den Anlagen SO zu den sonstigen Einkünften unter laufenden Einkünften oder als private Veräußerungsgewinne eingetragen. Ausnahmen gelten bei gewerblichen Tätigkeiten. 

Muss man Einnahmen bei Play to Earn Games versteuern?

Sie haben bei Einkünften aus einer selbständigen Tätigkeit die Pflicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung, wenn die Erträge über den Freigrenzen liegen. Wie die Einnahmen und Ausgaben bei Play to Earn Games zu beurteilen sind, ist aufgrund der technologischen Entwicklung und dem starren deutschen Steuersystem nicht eindeutig festzulegen. Eine allgemeingültige steuerliche Bewertung zu allen “Play to Earn Games” ist daher nicht möglich und erfordert eine gesonderte Beleuchtung durch einen Fachanwalt oder Steuerberater. 

Haben Sie noch Fragen bzgl. der Besteuerung von Kryptowährungen? Ich berate dabei Unternehmen gerne ausführlich zu diesen Themen. Als IT-Rechtsanwalt und Unternehmensberater kenne ich mich bestens auf den Gebieten der Kryptotechnologie und Online-Spiele aus. Rufen Sie mich an oder vereinbaren Sie ein kostenloses Kennenlerngespräch.

Marian Härtel

Marian Härtel

Marian Härtel ist Rechtsanwalt und Unternehmer mit den Schwerpunkten Urheberrecht, Wettbewerbsrecht und IT/IP Recht und einen Fokus auf Games, Esport, Medien und Blockchain.

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