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Esport: Beide Spielerverträge kostenlos im Angebot

Heute war ein guter Tag, meine Tochter hat vor kurzem den ersten Geburtstag gefeiert und ich habe gute Laune.

Und da die DOSB Mitgliederversammlung anscheinend nur aus sturen Köpfen, alten Männern in Anzügen und allgemein wohl dummen Menschen besteht, die Chance der Kommunikation nicht erkennen, möchte ich der Esport-Branche weiter helfen.

Ich biete daher beide Musterverträge, den Vertrag eines Spielervertrages als Partner und Spielervertrag als geringfügig Angestellter als kostenlosen Download zur Verfügung.

Ich bin aber so ehrlich und verrate sicher auch nichts Neues, wenn ich sage, dass ich als Rechtsanwalt auch etwas verdienen möchte, ja etwas verdienen muss. Während diverse Teams die Verträge also gerne nutzen können, um beispielsweise einmal zu sehen, wie ein solcher Vertrag aussehen kann, rate ich jedem Team, das professionelle Ambitionen hat, zumindest über kurz oder lang auch professionelle Hilfe zu nutzen.Das ist vor allem aus drei Gründen wichtig:

  1. Zum einen gibt es einige Regelungen, die diese Musterverträge nicht beinhalten, beispielsweise wenn ein Spieler extra für das Team streamt und dabei Einnahmen generiert, wenn Spiele gespielt werden, deren Hersteller in bestimmten Ligen besondere Vorgaben machen, wie z. B. Riot bei League of Legends oder wenn es besondere Sponsorenkonstellationen gibt.
  2. Baut man ein professionelles Team auf oder zumindest ein semiprofessionelles Team, knüpfen an die Frage eines Arbeitsvertrages zahlreiche weitere Fragen zu Steuern, sonstigen Abgaben, Pflichten und Rechten als Arbeitgeber und dergleichen an, die es zu beachten gibt. Diese Fragen kann oft nur ein erfahrener Profi beantworten und Abläufe erleichtern. Gerne stehe ich für Teams zur Verfügung um über mehrere Monate hinweg, zu einem Fixbetrag, regelmäßig für Fragen zur Verfügung zu stehen. Kontaktiert mich hierzu einfach.
  3. Auch bei Fragen von Vollzeitanstellungen und mit Auslandsbezug gibt es Frage und Probleme, die diese Vertragsmuster nicht abdecken. Der Partnervertrag kann, muss aber nicht, Probleme mit deutschen Sozialversicherungsbehörden bringen. Hier sollt man besonders vorsichtig zu sein – im Zweifel bitte nachfragen.

 

Ich wäre natürlich allen dankbar, wenn diese die Information weitergeben und daher die Vertragsmuster bekannter werden. Dem deutschen Esport kann es nur guttun, wenn er sich weiter professionalisiert.

Ach ja, ich erwarte, dass jeder meine Verwertungsrechte respektiert und diese Verträge immer nur zu dieser Webseite verlinkt. Bitte nirgendwo auf anderen Webseiten anbieten!

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Artikelreihe: Rechtsprobleme rund um Esport als Verein

In einer Meldung von letzten Freitag vom Hamburger Sportbund

Sollte in einem Sportverein eine E-Sports Abteilung im ideellen Bereich und mit dem Zweck „Förderung des Sports“ angesiedelt sein UND werden für E-Sports ideelle Mittel (z. B. Fördergelder, Mitgliedsbeiträge, Spenden) verwendet handelt es sich um eine Mittelfehlverwendung, die die Aberkennung der Gemeinnützigkeit zur Folge haben kann. Nähere Informationen dazu erteilt Ihnen gerne Ihr zuständiges Finanzamt.

setzte sich die aktuelle Entwicklung rund um das Problem der Gemeinnützigkeit von Vereinen im Esport und dergleichen fort. Die Probleme sind zwar oft – nur – finanzieller Natur, aber juristisch trotzdem spannend.

Das Thema ist somit hoch relevant, auch wenn zu hoffen ist, dass die Entwicklung in der Politik sich fortsetzt und nicht mehr auf juristische Tricks zurückgegriffen werden muss.

Ich habe mir daher überlegt für die Branche und einige Mandanten eine kleinere Serie an Artikel rund um das Thema zu veröffentlichen.

Anfangen werde ich mit der Frage wie man überhaupt einen Verein gründen kann und, welche Voraussetzungen es dafür gibt. Danach werde ich auf das Problem der Gemeinnützigkeit eingehen, welches vor allem auf dem Paragrafen 52 der Abgabenordnung basiert. Diese listet eine Vielzahl von Möglichkeiten auf, um von Finanzamt die Gemeinnützigkeit erteilt zu bekommen.

Da bei der Frage, ob Esport unter “Sport” i.S. des § 52 AO subsumiert werden kann, einige Fragen offen sind und unter Umständen nur eine umfassende gerichtliche Klärung wirklich Abhilfe schaffen kann, möchte ich in weiteren Artikeln gerne aufzeigen, ob und wie man als Sportverein, der Esport zusätzlich anbieten möchte, die möglichen Folgen aus dem obigen Zitat verhindern kann, sei es im Rahmen einer Struktur bzw. Satzungsanpassung im Verein oder sei es durch Gründung einer separaten Gesellschaft.

Viele der Probleme sind hoch umstritten aktuell und die Probleme liegen in einer Mischung aus Unkenntnis und Unwillen Esport den Status zuzuerkennen, den dieser, als gesellschaftliches Phänomen, bereits verdient.

Da ich zu einigen Artikeln Feedback von Mandanten und Kollegen abwarten und aktuelle Literatur durchforsten will, da ich die Fragen für ein aktuelles Mandat sowieso klären will, möchte ich keinen definitiven Zeitplan für alle Artikel geben. Es wird aber innerhalb der nächsten zwei Wochen geschehen. Über sonstiges Feedback, Unterstützung durch Emails an haertel@rahaertel.com und sonstige Hilfe bin ich natürlich immer dankbar!

Vielleicht gelingt es uns durch saubere Argumentation doch das eine oder andere Finanzamt zu überzeugen, einen Präzedenzfall zu schaffen und so den Breitsport voran zubringen.

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Happy Friday to Monday: 100% Rabatt auf Esport-Vertrag

Heute ist Happy Friday. Jeder bekommt Unmengen an Emails, dass es super Rabatte gäbe. Das kann ich toppen!

Während man an diversen Stellen aufpassen muss, dass man bei 25% sparen eventuell nicht wirklich 25% gespart hat, sondern 75% zu viel ausgegeben hat, passiert dies bei mir nicht.

Bis Montag ist der Spieler Vertrag als Partner, geeignet für alle, die noch nicht den Schritt wagen möchten, Angestellte zu haben, um 100% rabattiert.

Holt ihn euch, teilt den Beitrag, nutzt ihn und – wer sich zu Frieden ist – lege ein gutes Wort für mich ein, wenn er oder sein Chef einen erfahrenden Gaming-Anwalt benötigt.

Trotzdem sei auf das Risiko hingewiesen.

  • Es wird dringend empfohlen, dass ein Vertrag individuell angepasst wird, wenn die notwendigen Kenntnisse fehlen, um diese selbst vorzunehmen.
  • Das Nutzen von Leistungen durch Dritte, die unter Umständen sozialversicherungsrechtlich nicht wirklich selbstständig sind, kann unter Umständen große Probleme mit den Steuer- oder Sozialversicherungsbehörden mit sich bringen.

Ach und natürlich: Haftung für die Benutzung des Vertrages durch mich ist natürlich ausgeschlossen. Wenn ich schon nichts verdiene 😉

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Esport-Teams und fehlende Gehaltszahlungen?

Gestern bin ich zufällig auf diesen Post bei 99Damage aufmerksam geworden. Danach soll das Team Bluejays massive Außenstände bei Spieler und anderen Teammitgliedern haben. Auch wenn ich zu dem Inhalt des Posts mich nicht äußern will, so möchte ich es doch einmal zum Anlass nehmen, ein paar rechtliche Erwägungen zu verschiedenen Problemfeldern rund um das Thema unter das “Volk zu bringen”.

Die Situation ist anscheinend exemplarisch für verschiedene Umstände, die im Esport, nicht nur in Deutschland, sondern auch oft international, schieflaufen und warum es häufig ratsam sein kann, auch rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Im Prinzip fängt dies schon mit der Webseite von Bluejays an. Auch wenn das Team offiziell in Dänemark registriert ist, so hat diese, und sei es nur mit einer deutschsprachigen Seite, mit einer Mitgliedschaft im ESBD und sonstigen Bezügen nach Deutschland, wohl eine eindeutige Verpflichtung zum Vorhalten eines Impressums. Ich weiß, viele sehen dies als “kleinkariert” an, aber die Impressumspflicht hat einen guten Grund.

Das sei aber nur nebenbei bemerkt, der Post bezieht sich eher u. a. auf die fehlenden Zahlungen.

1. Verträge

Auch wenn es bei Bluejays wohl Verträge und einen gewissen Grad an Professionalisierung gab, so ist für mich als Rechtsanwalt, Consultant und Spielerberater nur schwer nachzuvollziehen, wie man als Spieler und sonstiges Teammitglied über mehrere Monate, bei einzelnen Personen wohl schon seit 2016, akzeptieren kann, dass finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen worden wird.

Will man von seiner Tätigkeit als Esportler wirklich leben und wirklich seine finanzielle Zukunft darauf setzen, sollte man darauf achten, dass ein Vertrag individuell angepasst ist. Egal ob der Vertrag nun auf Kooperationsbasis setzt oder ob man als Angestellter geführt wird, ein solcher Vertrag sollte Klauseln enthalten, was bei Zahlungsausfällen passiert, welche Konsequenzen verspätete Zahlungen haben, mit welchen Gegenforderungen man aufrechnen könnte oder welche Rechte ansonsten zustehen. Ja, einen solchen Vertrag zu erstellen ist sicher aufwendiger, als ein Muster zu benutzen, das es auch bei mir gibt, und dieses nicht mehr  anzupassen. Hätte man meinen Rat aber befolgt, würde man jedoch entweder nicht irgendwann auf seinem Geld sitzen bleiben, würde keine Probleme bei staatlicher Unterstützung nach Zahlungsausfall bekommen oder hätte zumindest seine Rechte für die Zukunft oder einem Wechsel zu einem anderen Team gesichert (und sei es Dinge wie Einnahmen aus dem eigenen Streaming und dergleichen).

Hier gilt doch wie bei Startups, die traditionell gerne an Dingen wie einem Rechtsanwalt sparen: Am Anfang gespart, am Ende das Nachsehen.

Letzteres gilt übrigens besonders dann, wenn man es – uns sei es nur formell – mit einem Team zu tun hat, das nicht in der Bundesrepublik Deutschland registriert ist und bei dem – zumindest initial – fraglich ist, ob deutsches Recht überhaupt anwendbar ist.

Ohne Rechtsstandklauseln und ähnliches, ist es nun zumindest aufwendiger zu prüfen, ob beispielsweise deutsches Sozialversicherungsrecht anwendbar ist, wonach hier Arbeitslosengeld von Staat geschuldet ist oder z.b. Anspruch auf  Insolvenzgeld besteht.

2. Insolvenzrecht

Wo wir schon bei Insolvenz sind. Gehen wir einmal davon aus, dass auf ein Team deutsches Recht anwendbar ist, dann ist mit Dingen wie Insolvenzrecht und Sozialversicherungspflichten nicht zu spaßen.

Als Team kommt man hier schnell in den Bereich der Haftung als Geschäftsführer.

Während Gehälter und Schulden zumindest bedingt insolvenzfest sind, zumindest wenn man rechtzeitig Insolvenz anmeldet, sieht dies bei Sozialversicherungsbeiträgen und Steuern vollkommen anders aus.  Letztere können zudem auch noch Jahre später, nach Betriebsprüfungen oder Rentenprüfungen auf den, bis dann ahnungslosen, Geschäftsführer lauern. Diese Forderungen sind oft persönlicher Natur, fallen unter Umständen nicht in private Insolvenzmöglichkeiten und können sogar strafrechtlicher Natur sein. Hier droht also mehr, als manch einer es ahnen mag.

Einer der größten Irrtümer deutscher Startups und Kleinunternehmer ist, dass man durch Gründung einer GmbH und als Geschäftsführer aus allen Haftungen entlassen ist. Oft ist jedoch das Gegenteil der Fall und die Verpflichtungen werden sogar noch vielfältiger.

3. Finanzplanung

Eine schlechte Finanzplanung kann schnell ein kleines Lebenswerk zerstören. Natürlich kann auch im Esport immer z.b. ein Sponsor abspringen (wobei sich dann auch hier die nervige Frage von schlechten Verträgen stellt!), aber die oberste Pflicht eines Geschäftsführers oder eines Leiters einer Organisation, sollte immer sein, die Finanzsituation im Auge zu behalten und im Zweifel auch Rücklagen zu bilden.

4. Trennung von Management und Spielern

Die Risiken und Aufgaben einer Teamleitung sind derart vielfältig, dass ich überzeugt bin, dass es in der Regel nicht funktionieren kann, dass einer der Spieler eines Teams auch die Organisation übernimmt. Was im Falle eines Hobby-Teams noch absolut normal ist, muss bereits als semiprofessionelles Team ein No-Go sein. Als Mitglied des Managements sollte es einem als erstes klar sein, dass man nicht gleichzeitig eine Karriere als Esport-Spieler verfolgen kann. Beides schließt sich aus.

5. Forderungen nachgehen

Aber kommen wir zurück zum Thema Bluejays und dem fehlenden Ausgleich von Forderungen der Spieler und anderer Teammitglieder.

Zwar ist es gut, wenn man seiner Wut Luft macht und bestimmte Dinge auf Twitter veröffentlicht. Strategisch ist es aber oft dumm, denn es wird das Verhältnis zwischen Team und Spieler nicht verbessern. Im Gegenteil, oft wird man seine Chancen auf einen Ausgleich der Forderungen eventuell noch verschlechtern, weil schlechte PR extrem negative Auswirkungen auf die weitere finanzielle Situation eines Teams haben kann.

Wenn es vertragliche Verpflichtungen gibt, dann sollte zunächst die Kommunikation mit dem Arbeitgeber/Auftraggeber gesucht werden. Ist dies nicht erfolgreich – und reden wir über Geldsummen, bei denen es sich lohnt, auch einen Rechtsstreit anzuzetteln, sollte man einen spezialisierten Rechtsanwalt aufsuchen, unter Umständen ein wenig in die Beratung investieren und prüfen lassen, inwieweit Ansprüche bestehen, durchsetzbar sind und welche Möglichkeiten der Vollstreckung es gibt. Ein seriöser Kollege wird dabei immer auf Risiken hinweisen und Kosten vorab kommunizieren.

Auch wenn viele Spieler oder gerade Teammitglieder jüngeren Alters diesen Schritt oft scheuen, so ist es, aus meiner Erfahrung, meist der deutlich bessere Schritt. Ich z.b. konnte schon oft mit Vertragspartnern oder Arbeitgebern Einigungen herbeiführen, die ein Mandant hätte nicht verhandeln können. Die Palette reicht hier von Klageandrohungen, über Vergleiche bis hin zu Ratenzahlungen. Sanfter Druck, teilweise unterstützt von Hinweisen beispielsweise auf die Risiken aus Nr. 2, wirken oft Wunder.

Zudem gilt, dass man als Verfahrensbeteiligter oftmals nicht den notwendigen “Abstand” hat, um zielgerichtet und mit der notwendigen Professionalität zu verhandeln bzw. gar kommunizieren. Auch beim Fordern von Geldzahlungen ist Professionalität hilfreich, denn:

Einen Rechtsanwalt zu haben kostet natürlich Geld, keinen Rechtsanwalt zu haben, kostet oft noch viel mehr.

Wer dazu mehr Fragen hat, kann mich gerne, unverbindlich, kontaktieren.

 

Mehrere Dateien bitte als .zip schicken.
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Rundfunkstaatsvertrag und Esport-Streams?

Im Laufe des letzten Jahres gab es in der Gamesbranche rege Diskussionen rund um die Frage, ob professionelle YouTuber oder Twitch-Streamer unter Umständen eine Rundfunklizenz benötigen.

Das Thema wird aktuell nicht mehr so heiß gekocht, da der aktuelle Entwurf des neuen Rundfunkstaatsvertrages für Streamer große Ausnahmen vorsieht.

Danach soll ein neuer § 20b wie folgt eingefügt werden:

§ 20 b Bagatellrundfunk

(1) Keiner Zulassung bedürfen
1. Rundfunkprogramme, die aufgrund ihrer geringen
journalistisch-redaktionellen Gestaltung, ihrer
begrenzten Dauer und Häufigkeit der Verbreitung,
ihrer fehlenden Einbindung in einen auf Dauer angelegten
Sendeplan oder aus anderen vergleichbaren
Gründen nur geringe Bedeutung für die individuelle
und öffentliche Meinungsbildung entfalten, 2. Rundfunkprogramme, die jedenfalls weniger als
5000 Nutzern zum zeitgleichen Empfang angeboten
werden,

3. Rundfunkprogramme im Internet, die regelmäßig
im Monatsdurchschnitt weniger als 20.000 Zuschauer
erreichen [oder vorwiegend dem Vorführen
und Kommentieren des Spielens eines virtuellen
Spiels dienen].

Die zuständige Landesmedienanstalt bestätigt die
Zulassungsfreiheit auf Antrag durch Unbedenklichkeitsbescheinigung.

(2) Die Landesmedienanstalten regeln das Nähere
zur Konkretisierung der Zulassungsfreiheit nach
Abs. 1 durch Satzung.

(3) Vor dem (Datum des Inkrafttretens des Dreiundzwanzigsten
Rundfunkänderungsstaatsvertrages)
angezeigte, ausschließlich im Internet verbreitete
Hörfunkprogramme gelten als zugelassene
Programme nach § 20.

Diese Regelung soll nach ausdrücklichem Willen solche Streams betreffen, die “vorwiegend dem Vorführen und Kommentieren des Spielens eines virtuellen Spiels dienen“.

Auch wenn es nach aktuellen Stand noch an Kleinigkeiten Diskussionsbedarf gibt, so wurde dieser Entwurf inzwischen gebilligt und wird wohl, nach aktuellem Status, im Mai 2019 in Kraft treten. Streamer, die Spiele bewerten und kommentieren, dürfte nach meinem aktuellen Kennmissstand außen vor sein.

Fraglich ist jedoch, wie es nun mit einer Esportübertragung aussieht, die natürlich auch ein Spiel zeigt, aber meist auch noch viel mehr beinhaltet, nämlich Diskussionen, Interviews, Bewertungen, Übertragungen aus einem Stadium, redaktionelle Inhalte, die oft durchaus einem Sendeplan unterliegen und in Zukunft hoffentlich auch deutlich mehr als 5000 Nutzer haben.

Ebenso dürfte sich die Frage stellen, ob die Esportbranche, nach der großen Diskussion um die Bewertung als Sport und die Bedeutung in der Gesellschaft, sich gerne auf der Ausnahme ausruhen möchte, dass eine Übertragung nur geringe Bedeutung für die individuelle
und öffentliche Meinungsbildung entfalten würde.

Zwar ist eine Zulassung dann wohl durchaus möglich, wenn auch mit Kosten verbunden, die Betreiber müssen sich sodann aber z.b. an die im RStV etablierten Grundgebote des Werberechts, nämlich das Trennungs- und Erkennbarkeitsgebot berücksichtigen, wonach z.b. redaktionelle Bewegtbild-Inhalte und werbliche Inhalte eindeutig voneinander zu trennen sind. Es darf außerdem keine Vermischung von eigentlichem gesendeten Inhalt und Werbung erfolgen. Letztere muss zudem leicht als solche zu erkennen sein. Daneben ist immer auch das Verbot von Schleichwerbung zu beachten.

Hinzu kommen gerade bei den sehr beliebten Esportspielen, die für die Werbewirtschaft relevant sind, wie Call of Duty oder Counter Strike, die Regelungen des Jugendmedienschutzstaatsvertrages (JMStV). Danach dürfen jugendgefährdende Angebote grundsätzlich nicht verbreitet bzw. zugänglich gemacht werden. Bei entwicklungsbeeinträchtigenden Angeboten muss dafür Sorge getragen werden, dass Minderjährige der betroffenen Altersstufen diese üblicherweise nicht wahrnehmen. Im unverschlüsselten Fernsehen und in Telemedien gelten daher die nach Altersstufen gestaffelten Sendezeitgrenzen des JMStV.

Zudem ist bei der  Alterseinstufung das Verhältnis der USK-Kennzeichnung des Videospiels zu den Altersgrenzen-Regelungen des JMStV ungeklärt. Vieles spricht zwar für die Auffassung, nicht die USK-Kennzeichnung heranzuziehen, sondern eine eigenständige Bewertung des durch den moderierten Stream und die Zusammenschnitte neu entstandenen Gesamtberichts durchzuführen, da das abgefilmte Geschehen  nur passiv konsumiert wird und die fehlende Interaktivität  nicht die gleiche Wirkungsmacht wie das Spielen selbst entfaltet.

Ob Behörden, Gerichte oder die Zulassungskommission dies auch so sieht, bleibt abzuwarten.  Bisher schweigt sich der aktuell größte Rechtskommentar dazu noch aus.

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Lassen wir die DOSB Mitglieder weiter verbohrt sein. Ab sofort: Beide Version des Esport-Spielervertrages kostenlos… https://t.co/o2DOV5Dcoa
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