Esport Teams: Chance auf einen Investor?

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Gestern habe ich einen Artikel zum Thema Investoren und Sponsoren in Esport-Teams veröffentlicht. Wie zugesagt, möchte ich mich in folgenden Artikel einzelnen Teilbereichen ein wenig widmen. Da Chronologie nie eine schlechte Idee ich, fange ich mit Investoren an.

Dabei wurde durch mich die steile These aufgestellt, dass man professionelle und kommerziell erfolgreiche Esport-Teams aktuell nicht bootstrappen kann. Bei der Grundthese bleibe ich natürlich.

Aber was muss/sollte man bei der Suche und bei der Akquirierung von Investoren beachten? Dazu ein paar kleine Hinweise. Der gesamte Themenkomplex ist natürlich sehr umfangreich und, letztens Ende, bezahlen mich Mandanten auch für meine Wissen und meine Erfahrung aus 20 Jahren als Geschäftsmann. Ich kann die Problemfelder nur sehr rudimentär ansprechen.

Als Erstes braucht es

  • Ein Business-Konzept
  • Ein Team
  • Eine Grundfinanzierung
  • Einen juristischen Rahmen

 

Das Business-Konzept bzw. Modell muss fertig erstellt sein. Das Kernteam muss stehen, man muss sich über Kosten, Einnahmen, Potenziale, Wachstum, Risiken und alles Weiteres Gedanken gemacht haben. Bitte keine Investoren kontaktieren, ohne dass ein solcher Businessplan schriftlich erstellt wurde, von einem erfahrenen Berater gegengelesen wurde und am besten auch ein Coaching für die kommenden Gespräch absolviert wurde. Ja, das kostet Geld und macht Arbeit. Es hat aber auch keiner gesagt, dass es einfach wird, ein profitables Unternehmen im Esport aufzubauen. Ein zu frühes Herantreten an Investoren kann fatal sein und vor allem Kontakt verbrennen. Hier gilt die goldene Regel, dass der ersten Eindruck immer zählt. Im Internet und auch bei diversen IHK gibt es unzählige Vordrucke für Businesspläne. Die Erstellung eines Businessplan wird schnell unterschätzt, abgekürzt oder auf die leichte Schulter genommen. Dabei ist die Erstellung so enorm wichtig. Nicht nur für Investoren, sondern auch für einen selbst. Optimalerweise macht man sich dabei Gedanken über Risiken, Probleme, Herausforderungen und die nächsten Schritte. Der Businessplan ist die Zukunft des eigenen Unternehmen und somit auch des professionellen und somit profitablen Esport-Teams. Und Fundamente sollte immer sehr sorgsam geplant sein.

Das Team ist ebenfalls nicht zu unterschätzen. Viele Investoren investieren nicht in Ideen oder gar Konzepte, denn die gibt es oft und von vielen anderen. Investoren investieren gerne in Teams. Diese müssen die zukünftig das Unternehmen führen, aufbauen und profitabel gestalten, damit sich ein Investment lohnt. Daher sich ein Team sich mit Projekte identifizieren können sowie engagiert  und motiviert sein. Das gilt natürlich auch für die finanzielle Seite, weshalb seriöse Investoren und Business Angel keine Mehrheiten bei anfänglichen Investments anstreben. Auch das Team muss stehen, bereit sein, alles zu geben, vor allem auch bereit sein, Vollzeit zu arbeiten und natürlich für das Thema “brennen”. Das Team muss überzeugen und die verschiedenen Bereich wie Geschäftsführung, Spielermanagement, IT, Marketing, Sales etc. abdecken können.

Eine Grundfinanzierung ist ebenfalls Voraussetzung für ein Gespräch mit Investoren. Kein Investor wird Geld, Leistung, nicht einmal seine Zeit, in ein leeres Loch werfen, in das nicht einmal die Gründer bereit sind, eigenes Geld zu investieren. Im Mindestmaß wäre dies also das Stammkapital für die Gründung einer GmbH oder Aktiengesellschaft (alle andere Rechtsformen sind grundsätzlich kaum für Investoren geeignet!). Für die eigene Verhandlungsposition ist es zudem noch bessern, wenn auch die ersten Schritte finanziell abgedeckt sind. Diese Geld stammt typischerweise von den Gründern selbst, die dies aus vorherigen Tätigkeiten oder Friends & Family erhalten.

Durch diese kommen wir auch direkt zum Thema des juristischen Rahmen. Neben Dingen wie Unternehmensform, Gesellschafteranteile, Verträge und dergleichen, muss sich auch über die Art und Weise eines Investments Gedanken gemacht werden. Hier sind neben juristischen Fragen (Mitbestimmung, Gewinnverteilung und vieles weiteres) vor allem auch steuerrechtliche Fragen relevant. Bilanziell ein Investment für ein junges Startup abzubilden, kann mitunter sehr kompliziert sein. Man muss sich über die Art und Weise, die juristischen Implikationen und die finanziellen Folgen vor den Gesprächen mit Investoren bewusst sein. Ansonsten kann ein erfolgreiches und seriöses Investmentgespräch nicht erfolgen. Natürlich gibt es hier zahlreiche Verbindungen auch zum Business-Konzept. So muss beispielsweise mithilfe des Businessplans zuerst der Kapitalbedarf ermittelt werden. Sowohl zu viel Geld als Investment, als auch zu wenig Geld, sind meist problematisch und hinterlassen bei Investoren einen fatalen Eindruck. Hier kann sehr viel falsch gemacht werden, da einem später auf die Füße fällt.

Eigentlich sollte sich aus dem Businessplan auch ergeben, warum ein Investor Anteile an dem eigenen Esportunternehmen erwerben sollte. Weiß man dies nicht, ist man schlicht noch nicht bereit und sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Grundsätzlich sollte man hierbei aber den im letzten Artikel angesprochenen Unterschied zwischen Sponsor und Investor beachten. Ein Investor möchte typischerweise keine direkte Gegenleistung. Zwar gibt es auch hier Ausnahmen wie strategische Investoren. Das würde aber den Rahmen dieses Blogposts sprengen. Typischerweise  möchten Investoren ihr Geld vermehren und somit einen Profit generieren. Da Investments keinen Profit garantieren und jeder erfahrene Investor diesen Umstand kennt, sind die avisierten Margen von Investoren meist höher als viele Gründer denken. In aller Regel erwarten Investoren eine bis zu zehnfachen Gewinne aus Ihrer Einlage. Je nach Risiko und Zeitraum des Investment auch mehr. Dieser Umstand muss beim Businessplan und beim Kapitalbedarf bedacht werden.

Hat man alle diese Punkte geschafft und ist man auch bereit einen professionellen Schritt im Esport zu machen (und die Zeit ist aktuell genau richtig dafür), stellt sich die Frage, welche Investoren man anspricht, und wo man solche Investoren findet.  In aller Regel kommen in einer frühen Phase nur Business Angel infrage, die meist im Bereich 50.000 bis 100.000 Euro investieren. Im Rahmen von Kooperationsvereinbarungen, bei absolut überzeugenden Konzepten, können strategische Investoren auch bereit sein mehr Geld zu investieren. Denkbar sind hier beispielsweise Medienunternehmen, die in die Esport-Branche einen Fuß setzen wollen und beispielsweise bereits existierende Social Media Reichweite ausbauen wollen, Immobilienunternehmen, die interessiert sein könnten, Liegenschaften für Dinge wie Turniere, Team Häuser oder ähnliches zu nutzen oder endemische Unternehmen, wie Agenturen, die neben Kapital auch Know-how, Kontakte, Reichweite oder Arbeitskraft einbringen könnten. Alle dies muss aber sorgfältig geplant sein, Gespräche und Businessplan angepasst werden und zur eigenen Idee bzw. Strategie passen.

Investorengespräche und das Management dieser Gespräche und der Verhandlungen sind ein Thema für sich. Bei Interesse spreche ich es aber gerne erneut an. Auch hier kann, beispielsweise durch fehlende Geduld, auch sehr viel falsch gemacht werden. Umgedreht können charismatische Personen und professionell auftretende Gründer auch sehr viel mehr erreichen, als viele zuerst glauben. Investments haben, mehr als man glaubt, auch etwas mit Sympathie und Überzeugungskraft zu tun.

Die Chance ist aktuell vorhanden, dass in der Bundesrepublik Deutschland im nächsten Jahr noch 4-5, auch international erfolgreiche, und finanziell abgesicherte Organisationen entstehen können. 

Das ist aber auch mit einer professionellen Herangehensweise, persönlichem Einsatz, meist professioneller Hilfe und guter Planung realisierbar.

Für Rückfragen, zum Artikel, aber natürlich auch gerne meinen eigenen Leistungsangeboten, stehe ich jederzeit über Skype (alphateddy), Whatsapp, Twitter, E-Mail oder Telefon zur Verfügung.

Der nächste Artikel wird sich den Sponsoren widmen, wie man diese erreicht, was diese wollen und warum Dinge wie langfristige Spielerverträge für diese unverzichtbar sind.

 

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