in

Impressumspflicht: Kann auf eine externe Webseite verlinkt werden?

Rund um die Impressumspflicht von Social Media Profilen, aber auch von Profilen auf Twitch oder von YouTube-Kanälen gibt es immer wieder Streit und Verunsicherung. Auch bei mir auf dem Blog gibt es bereits zahlreiche Beiträge (siehe hier).

Heute möchte ich einmal eine weitere Frage klären, nämlich ob die Verlinkung auf eine externe Webseite genügt, auf der wiederum ein den Anforderungen des § 5 TMG bzw. des § 55 Abs. 1 Rundfunkstaatsvertrag genügt.

Davon ist wohl auszugehen, denn viele Anbieter haben gar nicht genug Möglichkeiten, ein vollständiges Impressum zu hinterlegen. Auch ich halte dies genau so auf meinen Profilen auf Twitter, Instagram oder Facebook. Man sollte nur auf dem verlinkten Impressum klarstellen, dass diese für alle Social-Media-Profile gilt und dabei auch darüber informieren, wie diese Profile denn lauten, wenn es sich dabei um einen Gamertag oder ähnliches handelt.

Obwohl es zu Fragen der Impressumspflicht wirklich nicht viele Urteile gibt, hat bereits im 2017 das Landgericht Trier entschieden, dass es den gesetzlichen Anforderungen an die Angabe eines Impressums im Rahmen einer gewerblichen YouTube-Präsenz genügt, wenn auf eine andere Homepage des Anbieters verwiesen wird, auf der wiederum transparent auf ein Impressum verlinkt wird.

Wichtig ist jedoch, dass der Link auf dem Social-Media-Portal oder bei YouTube/Twitch wirklich verlinkt ist. Nur ein Text mit der URL reicht unter Umständen nicht aus. In der Entscheidung des LG Trier ging das Gericht davon aus, dass auf der YouTube-Präsenz des Beklagten zumindest ein direkter Link auf dessen Homepage vorhanden war, von wo aus dann wiederum direkt auf eine Anbieterkennzeichnung verlinkt wurde. Der Kläger konnte nichts anders nachweisen und das Gericht erachteten daher, unter Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes von 2006, als ausreichend, das das Impressum des Beklagten zumindest über zwei aufeinander folgende Links (Link zur Homepage und von dort Link zum Impressum) erreichbar war.

OLG München: Zustellungen an Facebook in Deutsch möglich

Noch sicherer ist allerdings, wenn ein Impressum direkt verlinkt wird. Dann dürfte wirklich keine Basis für eine Abmahnung und ein vielleicht ungeliebtes Gerichtsverfahren mehr vorliegen.

Melden

Wie findest du den Artikel?

Mitwirkender

Verfasst von Marian Härtel

Marian Härtel ist spezialisiert auf die Rechtsgebiete Wettbewerbsrecht, Urheberrecht und IT/IP Recht und hat seinen Schwerpunkt im Bereich Computerspiele, Esport, Marketing und Streamer/Influencer. Er betreut Startups im Aufbau, begleitet diese bei sämtlichen Rechtsproblemen und unterstützt sie im Business Development.

Jahre an MitgliedschaftCommunity ModeratorBestätigter NutzerFan des ForumContent Author

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Loading…

0

Comments

0 comments